Foto: shutterstock/Mincemeat
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Hochzeiten sind in Corona-Zeiten ein echtes Sicherheitsrisiko. Trotzdem geben sich immer noch viele Verliebte in Deutschland derzeit das „Ja-Wort“. Teilweise mit Konsequenzen. Jetzt müssen 230 Hochzeitsgäste aus dem Saarland in Quarantäne.

An sich ist eine Hochzeit auch in Corona-Zeiten kein Problem, nur auf eine große Feier sollte derzeit lieber verzichtet werden. Doch auf eine Feier mit Freunden und Familie wollen viele Brautpaare nicht verzichten. Deshalb werden Hochzeiten auf der ganzen Welt schnell zu Superspreader-Events. Oft reicht nur ein Infizierter unter den Gästen.

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So auch jetzt im Saarland. Genauer gesagt im Ort Großrosseln, rund zehn Kilomter von Saarbrücken entfernt. Ein Hochzeitsgast wurde nach der Feier im Ortsteil Karlsbrunn positiv auf das Coronavirus getestet. Die Konsequenz: Alle 230 Hochzeitsgäste müssen nun in Quarantäne, für sie wurde Isolation angeordnet.

Das Hochzeitspaar hatte am vergangenen Wochenende in der Location „Zum Alten Bergwerk“ gefeiert. Jetzt müssen alle Gäste der Veranstaltung bis zum 25. Oktober in Quarantäne bleiben.

Bundesweit ist derzeit nicht einheitlich geregelt, wie groß und mit wie vielen Gästen Hochzeiten gefeiert werden dürfen. In München dürfen sich beispielsweise nur fünf Personen oder die Mitglieder zweier Hausstände zu privaten Veranstaltungen treffen. In Dresden hingegen sind sogar Partys mit bis zu 1000 Gästen erlaubt.

In zahlreichen Fällen wissen Betroffene und Gesundheitsämter nicht, wo sich die Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. In Nordrhein-Westfalen sei derzeit in 43 Prozent der gemeldeten Neuinfektionsfälle nicht bekannt, in welchem Umfeld das passiert sei, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Die Zahlen decken sich mit den Erfahrungen der Gesundheitsämter in Düsseldorf und Köln.

Neuinfektionen oft aus „der privaten Lebenswelt“

Rund 55 Prozent aller gemeldeten Neuinfektionen mit bekanntem Hintergrund seien „der privaten Lebenswelt“ zuzurechnen, berichtete das Ministerium: „35 Prozent privater Haushalt, 8 Prozent aushäusige private Veranstaltung (Geburtstag, Hochzeit), 4 Prozent Freizeit (zum Beispiel Verein) und 7 Prozent Sonstiges.“

13 Prozent der Betroffenen hatten sich am Arbeitsplatz infiziert, 9 Prozent in der Schule, 2 Prozent in der Kita. Weitere 7 Prozent der identifizierbaren Infektionsketten entfallen auf den Bereich Medizin/Pflege. Etwa 15 Prozent aller neuen Fälle hatten sonstige Ursachen.

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Quelle: mit Agenturmaterial der dpa