Großes Hacker-Forum ausgehoben: Europol gelingt Schlag gegen Cyberkriminalität

Das europäische Polizeiamt Europol hat ein großes Hacker-Forum ausgehoben. Hauptangeklagter ist ein 21 Jahre alter Portugiese.
Schlag gegen großes Hacker-Forum
Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur an einem Laptop. Foto: Nicolas Armer/dpa
Schlag gegen großes Hacker-Forum
Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur an einem Laptop. Foto: Nicolas Armer/dpa

In Zeiten der Pandemie ist die Cyberkriminalität immer weiter angestiegen. Dem europäischen Polizeiamt Europol ist nun ein großer Schlag gegen einen Cyberring geglückt: Eines der größten Hacker-Foren der Welt wurdeausgehoben.

Der illegale Marktplatz „RaidForums“ sei geschlossen und die Infrastruktur beschlagnahmt worden, teilte Europol am Dienstag in Den Haag mit. Der Verwalter des Forums sowie zwei Handlanger seien festgenommen worden.

Auf der Plattform seien Daten etwa für Kreditkarten oder Bankkonten von Millionen Menschen gehandelt worden, teilte das US-Justizministerium in Washington mit. An der Operation „Tourniquet“ waren den Angaben zufolge Ermittler aus den USA, Großbritannien, Schweden, Portugal, Rumänien sowie das deutsche Bundeskriminalamt beteiligt.

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Kreditkarten, Bankkonten und Zugangsdaten verkauft

Der Hauptverwalter des Forums ist nach Angaben des US-Justizministeriums ein 21 Jahre alter Portugiese. Er sei bereits im Januar in Großbritannien festgenommen worden. Die USA beantragten seine Auslieferung. Unklar ist, wo die beiden anderen Verdächtigen gefasst wurden.

„RaidForums“ war Europol zufolge 2015 errichtet worden und zählte mehr als eine halbe Million Nutzer. Auf dieser Plattform wurden Zugänge zu großen Datenbanken von zahlreichen US-Betrieben verkauft. Dabei ging es um Millionen Kreditkarten, Bankkonten sowie Zugangsdaten für Online-Accounts. Die Lecks der Datenbanken waren durch frühere Hacks und durch andere illegale Wege in den vergangenen Jahren gesammelt worden.

Nach Angaben des US-Justizministerium ging es um mehr als zehn Millionen Daten von Bürgern der USA und anderen Ländern. Diese seien zuvor gestohlen worden von Unternehmen, Universitäten oder Regierungseinrichtungen.

Die Ermittler hatten die Aktion ein Jahr lang vorbereitet. Koordiniert wurde sie von den Cybercrime-Spezialisten von Europol.

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dpa