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Foto: Christin Klose/dpa-tm

Gewerkschaften haben vor Rentensenkungen gewarnt – und gefordert, das heutige Niveau von 48 Prozent als Untergrenze festzulegen.

«Sonst heißt es gerade für die Jüngeren: Mehr einzahlen, weniger rausbekommen und dann auch noch die Kosten für die private Vorsorge alleine tragen – das ist einfach ungerecht», sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Sie war Mitglied in der Rentenkommission der Bundesregierung, die am Freitag ihren Bericht vorlegte.

Die Rentenkommission schlägt vor, dass der Mechanismus mit sogenannten Haltelinien für das Rentenniveau und den Beitragssatz über 2025 hinaus fortgeführt werden. So solle das Sicherungsniveau – also das Verhältnis einer gesetzlichen Standardrente nach 45 Beitragsjahren zu den Löhnen – in einem Korridor zwischen 44 und 49 Prozent liegen.

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Einen solchen Korridor lehnen die Gewerkschaften ab. Buntenbach machte dies im Bericht auch in einem Sondervotum deutlich. Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke sagte: «Dadurch würden die Bezieherinnen und Bezieher unterer Einkommen vollends sozial abgehängt. Das betrifft insbesondere viele Frauen.» Die unterste Haltelinie für die Rente müsse bei 48 Prozent gezogen werden.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban sagte der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Freitag): «Die aktuell geltende untere Haltelinie von 48 Prozent war schon eine Korrektur früherer Reformen. Eine Unterschreitung wäre gänzlich inakzeptabel.» Die IG Metall fordere im Gegenteil eine Anhebung des Rentenniveaus in einem ersten Schritt auf 50 Prozent – dies forderte auch Buntenbach in ihrem Sondervotum im Bericht. Um das bezahlen zu können und den Beitragssatz in Grenzen zu halten, könne der Steueranteil erhöht und die Erwerbstätigkeit vor allem von Frauen verbessert werden, so Urban.

Eine Festlegung für eine höhere reguläre Altersgrenze für den Zugang zur Rente traf die Kommission nicht – sie steigt bis 2031 schon schrittweise auf 67 Jahre. Buntenbach begrüßte dies und sprach von einem Verdienst auch der Gewerkschaften. «Schließlich ist die gestiegene Lebenserwartung nicht gerecht verteilt – wer schwer arbeitet und wenig verdient, erreicht bei einer steigenden Regelaltersgrenze sonst immer seltener überhaupt gesund und in Arbeit das rettende Ufer Rente.»

Quelle: dpa