Frau stirbt wenige Tage vor 100. Geburtstag, vorher wartete sie stundenlang auf Krankenwagen

Eine 99 Jahre alte Rentnerin aus Wales, die nach einem Hüftbruch neun Stunden auf einen Krankenwagen warten musste und weitere sieben Stunden in der Notaufnahme verbrachte, ist einem Medienbericht zufolge eine Woche nach dem Unfall gestorben. Ihre Tochter macht dem Krankenhaus und Klinikpersonal jetzt Vorwürfe.
Krankenwagen symbol platzhalter
Foto: Lukas Schulze/dpa
Krankenwagen symbol platzhalter
Foto: Lukas Schulze/dpa

Eine 99 Jahre alte Frau, die nur noch wenige Tage von ihrem 100. Geburtstag entfernt war, ist in Wales gestorben. Zuvor hatte sich die Rentnerin bei einem Sturz in den eigenen vier Wänden die Hüfte gebrochen und eine Hirnblutung erlitten. Was die Tochter der Verstorbenen wütend macht: Die 99 Jahre alte Frau hatte erst neun Stunden auf einen Krankenwagen warten müssen. Nach weiteren neun Stunden quälend langer Warterei im Krankenwagen vor der Klinik wurde sie von Sanitätern in das „The Grange University Hospital“ in Cwmbran gebracht.

Der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ zufolge ereignete sich der Vorfall bereits im September 2021. Und die Angehörigen der verstorbenen Frau können es immer noch nicht fassen. Die untröstliche Tochter der 99-jährigen Frau sagte nun der Tageszeitung, dass so etwas in einem Gesundheitssystem des 21. Jahrhunderts niemals hätte passieren dürfen.

Neun Stunden auf Krankenwagen gewartet

Dem Bericht zufolge stürzte die Frau im September des vergangenen Jahres in ihrem Haus in Monmouthshire im Südosten von Wales. Gegen 23.20 Uhr wählte sie den Notruf, doch erst um 8.15 Uhr am nächsten Morgen kam der Krankenwagen, um sie in die Klinik zu transportieren. Bis dahin hatte sie im eigen Haus auf dem Boden gelegen. Ihre Familie behauptet zudem, sie habe weitere sieben Stunden in einem „kalten“ Krankenwagen vor der Klinik in Cwmbran verbracht, bevor sie schließlich um 15.15 Uhr in die Notaufnahme eingeliefert wurde und ein Bett bekam. Eine Woche später starb sie an den Folgen ihres Unfalls.

Doch wie konnte es dazu kommen? Ganz offensichtlich ist der Fall keine Einzelfall. Der walisische Rettungsdienst sprach der Familie der Frau sein Beileid aus und erklärte, er sehe sich einer „sehr hohen Nachfrage“ nach Krankenwagen ausgesetzt, da es zu „erheblichen Verzögerungen bei der Übergabe an die Krankenhäuser“ komme. Dies führe im Umkehrschluss dazu, dass einige Patienten stundenlang in „Todesangst“ warten müssten.

Aktuelle Zahlen aus Großbritannien zeigen, dass mehr als ein Viertel der Patienten, die letzte Woche mit dem Krankenwagen in Krankenhäusern in England ankamen, mindestens 30 Minuten auf die Übergabe an die Notaufnahme warten mussten – eine alarmierende Zeitspanne, schließlich geht es hier in der Regel um Notfälle, die schnell medizinisch versorgt werden müssen.

„Hat meine Mutter so eine Behandlung verdient?“

Für die Tochter der Verstorbenen ein unerträglicher Zustand. Sie möchte anonym bleiben, sagte der „Daily Mail“ aber: „Ich kann zwar die Sorgfalt des medizinischen Personals nicht bemängeln, da es sich des Ausmaßes des Problems nicht bewusst war, aber wie ist es möglich, so viel Geld der Steuerzahler für ein hochmodernes Krankenhaus auszugeben und keine Einrichtungen einzuplanen, in denen kranke Menschen in Ruhe und in Würde behandelt werden können? Sie sind dort nicht in der Lage, ihre Arbeit zu erledigen.“

Und die Vorwürfe gehen weiter: „Wie langweilig wäre es, die ganze Schicht über vor einem Krankenhaus zu warten, während man das Leben anderer Menschen retten könnte? Meine Mutter hat hart gearbeitet und bis zu ihrem Tod Steuern gezahlt – glauben Sie, dass sie die Behandlung verdient hat, die sie bekam?“

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