Foto: Shutterstock/ Anton27 (Symbolbild)
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Wenige Stunden nach einem Besuch im Restaurant „Riff“ in der spanischen Stadt Valencia ist im Februar 2019 eine 46-Jährige Frau an einer Lebensmittelvergiftung gestorben. Viele weitere Restaurantgäste klagten über körperliche Beschwerden. Das „Riff“ schloss daraufhin.

Maria Jesus Fernandez Calvo hatte in dem Sternelokal des Deutschen Bernd H. Knöller ein Menü im Wert von 39 Euro mit Pilzen verzehrt, die in einem Reisgericht enthalten waren. Das Gesundheitsministerium hat die Lebensmittelvergiftung als Todesgrund bestätigt.

Die 46-Jährige besuchte mit ihrem Ehemann und dem zwölfjährigen Sohn das Restaurant – diese hatten auch über Symptome geklagt, erholten sich aber schnell. Viele weitere Gäste hatten ebenfalls mit Übelkeit zu kämpfen.

Das Restaurant wurde vorsorglich bis auf weiteres geschlossen. „Bis die Ursachen für das Geschehene geklärt sind, bleibt das ‚Riff‘ geschlossen“, erklärt Knöller in einem Statement. „Ungeachtet der Gründe möchte ich mein tiefes Bedauern ausdrücken.“

Das Ermittlungsgericht Nr. 1 in València hat das Ermittlungsverfahren inzwischen eingestellt, wie die spanische Nachrichtenagentur „EFE“ meldet. Dem Obduktionsbericht zufolge war bei der Frau neben einer leichten Lebensmittelvergiftung, die „ohne Behandlung abklingt“, akutes Atemversagen festgestellt worden.

Frau starb eines natürlichen Todes

Die Analysen der Pilze haben eine „gewisse Toxizität“ ergeben, die jedoch nur mit leichten Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen verbunden sei. Diese Symptome seien auch bei der Verstorbenen aufgetreten, sie sei aber eines natürlichen Tod durch akutes Atemversagen gestorben, das wiederum auf eine ältere Pathologie (Nierenerkrankung) zurückgehe. Deshalb stellte der Richter das Verfahren gegen Knöller ein.

Knöller reagierte auf das Urteil erleichtert. In einer Stellungnahme an unsere Redaktion erklärte er: „Wir haben viel Unterstützung erhalten – natürlich von Freunden und Kollegen, aber auch von unseren Gästen, deren Solidarität einfach beeindruckend war. Sie haben unser Restaurant sofort gefüllt, als wir drei Wochen nach dem Vorfall wieder geöffnet haben. Obwohl ich das Restaurant schon seit 26 Jahren betreibe, hatte ich mit so einer Geste nicht gerechnet. Es war wirklich überwältigend! Ich glaube, ich verdanke es vor allem meinen Stammgästen, dass es das RiFF heute noch gibt.“

Und Knöller hat inzwischen auch wieder Mut geschöpft: „Während uns der spanische Gastroführer Repsol sofort 2 von 3 möglichen Sonnen entzogen hat, sind wir sehr froh und dankbar, dass Michelin den Mut gezeigt hat, ohne dass die Ermittlungen völlig abgeschlossen waren, uns auch für 2020 mit einem Stern zu bewerten. Das war sehr wichtig für uns.“

Jetzt kann der deutsche Koch wieder durchatmen, und das machen, „was uns am meisten Spaß macht: kochen“.

Hinweis der Redaktion: Der Artikel wurde aktualisiert. In einer ersten Version hatten wir über den Fall selbst berichtet. Inzwischen ist er mit dem Gerichtsentscheid und der Reaktion von Bernd H. Knöller ergänzt worden.