Fett Explosion Brauchtumsfest Siegerland Dorffest
Foto: Rene Traut/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach der Explosion einer großen Bratpfanne auf einem Dorffest im Siegerland ist eine Frau ihren lebensgefährlichen Verletzungen erlegen.

Die 67-Jährige starb in einer Dortmunder Klinik, wie die Polizei am Montag in Siegen mitteilte. Der Zustand der weiteren fünf lebensgefährlich Verletzten war demnach „unverändert kritisch bis stabil“. 13 weitere Personen wurden verletzt.

Am Tag nach der Verpuffung an einem Grillstand im Freudenberger Ortsteil Alchen nahm Brandgutachter Ermittlungen zur Unglücksursache auf, wie die Polizei weiter berichtete. Angaben zur Ursache der Explosion seien aber vermutlich erst in den nächsten Tagen möglich.

Sechs Verletzte im Alter von 31 bis 75 Jahren befanden sich sogar in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Siegen. Fünf von ihnen erlitten schwere Brandverletzungen, einer einen Herzinfarkt.

Ursache sei vermutlich eine Fett-Explosion in einer großen Bratpfanne gewesen. Die Schwerverletzten wurden mit mehreren Rettungshubschraubern zu Spezialkliniken ins Ruhrgebiet und nach Köln geflogen.

Zur Unglückszeit soll es in Freudenberg geregnet haben. Ob Regenwasser in das heiße Fett einer großen Pfanne geriet und so die Explosion auslöste, war zunächst unklar. Um eine Gas-Explosion habe es sich aber nach Einschätzung der Behörden wohl nicht gehandelt. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Sachverständige sollen die Ursache klären.

Beim sogenannten „Backesfest“ wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. Rund 100 Menschen sollen zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort gewesen sein. Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei waren mit größerem Aufgebot zum Einsatzort geeilt.

„Der schlimme Unfall auf dem Volksfest in Freudenberg macht mich sehr betroffen“, teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mit. „Ich bin in Gebeten bei den Schwerstverletzten. Mein Dank gilt den Ärzten, die sich jetzt um diese Menschen kümmern, und allen Rettungskräften, die heute bei diesem Einsatz geholfen haben.“

Quelle: dpa