Fake-Kranker erzwingt Notlandung auf Mallorca – ein Dutzend Passagiere auf der Flucht

Ein Flugzeug muss am Flughafen Mallorca notlanden, plötzlich rennen mehr als 20 Menschen auf die Landebahn! Das Chaos bricht aus – wir erklären die ganze Geschichte.
Foto: Andreas Arnold/dpa

Chaos am Flughafen Mallorca und ganz ist die Situation offenbar immer noch nicht unter Kontrolle! Ein Mann hat sich krank gestellt und so eine Notlandung eines Fluges von Marokko in die Türkei erzwungen – auf der Baleareninsel. Als die Flugzeug-Tür aufging und gerade niemand auf die Passagiere achteten, sind 21 Menschen auf die Landebahn gelaufen. Zwölf von ihnen sind offenbar immer noch auf der Flucht.

Wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet, ereignete sich der Vorfall, nachdem um 19 Uhr der Flughafen Mallorca angefunkt wurde, weil es einen medizinischen Notfall auf einem Flug von Casablanca nach Istanbul gegeben habe. Deswegen wurde ein Notlandung auf der Baleareninsel veranlasst.

Fake-Diabetes-Anfall sorgt für Notlandung

Das Flugzeug landete, medizinisches Fachpersonal kam in einem Krankenwagen zum Flieger, um den vermeintlich Erkrankten zu versorgen. Später fällt auf: Der Mann hat einen Diabetes-Anfall offenbar nur vorgetäuscht. Trotzdem ließ sich der Mann mit einer Begleitperson in ein Krankenhaus in der Nähe bringe. Da gibt er „Erkrankte“ dann an, dass er sich fit fühle – und seine Begleitung macht sich aus dem Staub.

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Auf genau diese Idee ist aber nicht nur diese Person gekommen, sondern auch 21 weitere Menschen. Als der Flugzeugausgang und die Treppe auf die Landebahn unbeaufsichtigt waren, flüchten sie quer über die Landebahn. Wie müssen die Verantwortlichen reagieren? Der Flughafen muss lahm gelegt werden, für drei Stunden geht nichts – über 20 Flüge müssen umgeleitet werden.

Flughafen Mallorca gesperrt – stundenlang geht nichts

Als wäre das Chaos da nicht schon perfekt, legt sich ein Passagier, der an Bord geblieben ist, mit Polizisten an. Er hat offenbar auf einen Beamten eingeschlagen und wurde daraufhin festgenommen. Nach mehr als sechs Stunden auf der Landebahn geht das Flugzeug wieder in die Luft, um mit ordentlich Verspätung Istanbul anzupeilen.

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Dabei sind insgesamt 24 Plätze frei, die bei der Notlandung am Flughafen Mallorca noch besetzt waren. Dabei handelt es sich um die 21 Menschen auf der Flucht, der Mann, der offenbar handgreiflich wurde und der Mann, der kurzfristig „erkrankte“ und dessen mittlerweile verschwundene Begleitperson.

Immer noch zwölf Passagiere auf der Flucht

Die Polizei auf der Insel hat einige flüchtige Passagiere mittlerweile aufgefunden und festgenommen. Entsprechend sind „nur noch“ zwölf Passagiere auf der Flucht. Wo sie sich aufhalten, ist nicht bekannt. Aber wie stuft die Behörde das Ganze ein? „Mit den geflohenen Passagieren wird genauso verfahren wie mit den Migranten, die in Booten die Insel erreichen“, erklärt ein Polizeisprecher der „Mallorca Zeitung“.

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Dem Mann, der seine Erkrankung vorgespielt hat, blüht hingegen ein Verfahren wegen Verdacht der Begünstigung illegaler Einwanderung und wegen eines Verstoßes gegen das spanische Ausländergesetz. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab ein Delegierter der Zentralregierung aber an, es gebe bis dato keine Hinweise darauf, dass es sich um eine geplante Aktion handele.