Die meterhohe Kunstinstallation, die eine Figur mit Drogenspritze zeigt, sorgt seit Tagen in Köln für Diskussionen: Nun bietet das Künstlerduo sein Werk – eine abgewandelte Leuchtreklame der Kölsch-Brauerei Reissdorf – dem Unternehmen zum Kauf an.

Das teilte das „Impulse Theater Festivals“, für das die Installation aufgestellt worden war, am Freitag mit. Der Erlös würde demnach der Drogenhilfe Köln zugutekommen.

Die bekannte Originalwerbung hängt an einem Haus am Kölner Rudolfplatz: Dort ist abwechselnd zu sehen, wie ein Mann („Er trinkt“) beziehungsweise eine Frau („Sie trinkt“) ein Kölschglas heben

Die Wiener Künstler Alexandra Berlinger und Martin Wagner hatten die Reklame für das in Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr stattfindende Theaterfestival in deutlich abgewandelter Form nachgebaut. Zu sehen sind abwechselnd ein Mann und eine Frau, die sich eine Spritze setzen sowie der Schriftzug „Sie spritzt“/“Er spritzt“. Die Brauerei hatte rechtliche Schritte angekündigt.

Die Künstler wollten auf die Verdrängung der Drogenabhängigen aufmerksam machen, die seit Jahren am Neumarkt verkehren. Den Wert ihrer Arbeit setzten sie bei 80 000 Euro an. Zu einer Stellungnahme über das Verkaufsangebot war Reissdorf am Freitag zunächst nicht zu erreichen. (dpa)