Entschädigung nach 24 Jahren: Zwei Männer von Mord an Vierjährigem freigesprochen

In Schweden haben zwei Männer Entschädigungen erhalten, nachdem sie vor 24 Jahren wohl fälschlicherweise für den Tod eines kleinen Jungen verantwortlich gemacht wurden.
Foto: Shutterstock / everything possible
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Justizirrtümer wiegen umso schwerer, weil sie auf der einen Seite nicht für Gerechtigkeit sorgen und auf der anderen Seite weitere Unschuldige in den Abgrund ziehen können. So in etwa muss es den beiden beschuldigten Jungen in Schweden ergangen sein, als sie für den Tod eines damals Vierjährigen verantwortlich gemacht wurden.

Knapp 24 Jahre nach dem Tod des Jungen erhalten zwei erst für schuldig befundene und dann freigesprochene Brüder je eine Million Kronen Entschädigung vom Staat. Diese Summe – umgerechnet rund 92.000 Euro – werde von der Regierung bewilligt, weil die beiden Männer nach dem Tod des Jungen im Jahr 1998 fälschlicherweise als Schuldige ausgemacht worden seien, teilte das schwedische Justizministerium am Mittwoch mit. Das Leid, das die Brüder in all den Jahren ertragen mussten, sei in Geld nicht aufzuwiegen, erklärte Justizminister Morgan Johansson. Es gebe eigentlich keine Entschädigung, die das ausgleichen könne.

Der vierjährige Kevin war im August 1998 in Arvika rund 250 Kilometer nördlich von Göteborg tot aufgefunden worden. Die beiden Brüder, die damals erst fünf und sieben Jahre alt waren, waren kurz darauf als diejenigen identifiziert worden, die den Jungen getötet hätten.

2018 wurden sie schließlich von dem Verdacht freigesprochen. Sie hatten daraufhin je zehn Millionen Kronen (920.000 Euro) Schadenersatz gefordert. Das war aber zunächst verweigert worden mit der Begründung, der Fall liege zu lange zurück. Die beiden Männer hatten im Juli 2021 dann die Regierung gebeten, ihnen aus Gnade für das entstandene Leid Entschädigung zu zahlen.

Wie Kevin starb, ist bis heute unklar. Es kann sich den Ermittlern zufolge um ein Unglück gehandelt haben.

dpa