Stierkampf auf Mallorca
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Der Rückkehr der Stierkämpfe auf Mallorca nach rund zweijähriger Zwangspause steht nichts mehr im Wege. Die Stadtverwaltung von Palma erteilte die endgültige Zustimmung für die Veranstaltung, die am Freitagabend in der Arena der Hauptstadt der spanischen Urlaubsinsel stattfinden soll.

Man habe bei einer Inspektion der Arena zwar leichte bauliche Mängel gefunden, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Stadt. Diese würde aber eine Absage der Stierkämpfe nicht rechtfertigen. Toreros dürfen somit auf Mallorca wieder Stiere töten.

Ende 2018 hatte das spanische Verfassungsgericht ein vom Regionalparlament der Balearen verhängtes Verletzungs- und Tötungsverbot gekippt. Das Gericht in Madrid erklärte damals mehrere Artikel des reformierten balearischen Gesetzes über Stierkämpfe und Tierschutz für verfassungswidrig. Die neuen Bestimmungen waren von Medien als „Stierkampf light“ bezeichnet worden.

Einige der Beschlüsse von 2017 gelten aber auf Mallorca weiterhin. Zum Beispiel dürfen Minderjährige nicht in die Arena. Es gilt ein Alkoholverbot. Die Polizei werde über die Einhaltung dieser und anderer Vorschriften wachen, so die Stadtverwaltung.

Schon Tage vor der „Corrida“ protestierten rund 50 Tierschützer vor dem Rathaus von Palma. Sie skandierten Parolen wie „Das ist keine Kultur, sondern Tortur!“. Die Tierschutzgruppe „I.C.A. Animalista“ rief für Freitagabend zu einer Protest-Kundgebung vor der Arena auf. Die Organisatoren erwarten derweil viele Besucher im gut 11 600 Zuschauer fassenden „Coliseo Balear“, das dieses Jahr den 90. Jahrestag seiner Eröffnung feiert.

Quelle: dpa