Sie sind klein, süß, putzig und fast jeder würde sie gerne einfach mal knuddeln. Dass Erdmännchen aber auch eine ganze andere Seite haben, zeigt nun das Foto einer Tierpflegerin aus dem Zoo Dortmund.

Auf dem Bild, das der Zoo am Samstag bei Facebook veröffentlichte, ist ein Erdmännchen zu sehen, wie es ein weißes Kaninchen frisst. Mit weit aufgerissenem und blutverschmiertem Maul macht es sich an dem toten Tier zu schaffen und zerfleischt es. Süß? Putzig? Niedlich? Eher nicht!

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Der Zoo Dortmund schreibt zu dem Bild von Pflegerin Stella Gehrmann entsprechend, dass Erdmännchen nicht etwa Nagetiere sind, sondern Raubtiere. „Hauptsächlich erbeuten diese Mangusten Insekten und andere Gliederfüßer wie Skorpione oder Tausendfüßer. Doch auch etwa 20 Prozent der Nahrung von Erdmännchen besteht aus Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Reptilien“, heißt es in dem Beitrag. Aus diesem Grund bekomme auch die Erdmännchen-Familie im Zoo Dortmund einmal pro Woche Kaninchen. Aber nicht nur das, denn „neben Kaninchen bekommen die Erdmännchen auch einmal pro Woche Mäuse, Tauben und Wachteln.“

Dass das nicht zum sonst so putzigen Eindruck der Tiere passé, ist dem Zoo dabei durchaus bewusst. Die Fütterung der Erdmännchen habe schon für „Irritationen gesorgt und bei manchen unserer Besucher das positive Image der kleinen Raubtiere erschüttert.“

Lebend werden die Kaninchen aber natürlich nicht verfüttert. „Wir beziehen die Kaninchen von einem Züchter, dessen Kaninchen hauptsächlich für den menschlichen Verzehr verkauft werden. Dort werden die Kaninchen auch bereits fachgerecht getötet, ehe sie an unseren Zoo geliefert werden“, erklärt der Zoo.

Dass die Karnickel im Ganzen verfüttert werden, biete im Vergleich zu einer Fütterung von Fleischstücken zudem viele Vorteile. So sei es für die Erdmännchen eine gute Beschäftigung, die toten Tiere selbst zu öffnen und zerlegen zu müssen. Das stärke die Kaumuskulatur, aber auch andere Muskeln der Raubtiere. Ebenso liege die Entscheidung, was von dem Tier gegessen wird, bei dem Erdmännchen selbst.

Bei Facebook erhält der Zoo Dortmund derweil viel Zustimmung, obwohl das Foto viele Nutzer schockierte. „Ich finde es sehr wichtig, dass man sich den Kreislauf der Natur vor Augen führt, also ist es völlig in Ordnung, dieses Foto zu zeigen“, schreibt etwa ein User. „Ich finde es richtig gut das mal gezeigt wird das es keine Kuscheltiere sind“, meint ein anderer.