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Der Anblick der massiven Flammen lässt die Einsatzkräfte schockiert zurück. Mindestens 39 Feuer zählen sie nach einer mutmaßlichen Panne an einer Gasleitung bei Boston. Ein 18-Jähriger verliert sein Leben.

Nördlich der US-Metropole Boston hat eine Serie von Gasexplosionen mindestens ein Leben gefordert und Brände in 39 Wohnhäusern verursacht. Zehn weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur von Massachusetts, Charlie Baker mit. Die Rettungsbehörden machten Überdruck an Gasleitungen in den Gemeinden an Lawrence, Andover und North Andover verantwortlich. Ermittlungen zu dem Geschehen liefen aber noch.

Die Feuer traten in den drei Gemeinden auf. Ganze Nachbarschaftsviertel wurden evakuiert, während Einsatzkräfte gegen die um sich greifenden Flammen kämpften. „Es hat wie Armageddon ausgesehen“, sagte der Feuerwehrchef von Andover, Michael Mansfield. „Ich habe Rauchschwaden aus Lawrence hinter mir gesehen, und Rauchschwaden vor mir aus Andover.“ Der Polizeichef des nahegelegenen Ortes Methuen, Joseph Solomon, berichtete die Feuer würden so lichterloh brennen, dass man „noch nicht einmal den Himmel“ sehen könne.

Den Angaben nach starb ein 18-Jähriger, als ein Haus explodierte und dessen Kamin in sein Auto krachte. Im Krankenhaus sei der junge Mann seinen Verletzungen erlegen, hieß es. Gouverneur Baker sagte, den Behörden solle in den kommenden Tagen Zeit für eine Analyse darüber gegeben werden, was genau passiert und was die Ursache dafür gewesen sei.

Der Mutterkonzern des in der Region tätigen Versorgers Columbia Gas, NiSource aus Indiana, gab bekannt, Mitarbeiter führten weiter Sicherheitsüberprüfungen in der Gegend durch. Höchste Priorität habe die Sicherheit der Kunden.

Columbia Gas hatte früher am Donnerstag erklärt, in ganz Massachusetts sollten Gasleitungen gewartet werden – darunter auch in der von den Explosionen betroffenen Region. In den drei Gemeinden leben insgesamt mehr als 146.000 Bewohner. Sie liegen 42 Kilometer nördlich von Boston.

Am späten Donnerstagabend waren alle Feuer gelöscht. Viele Gegenden blieben aber ruhig und dunkel, da Anwohner ihre Häuser nach dem Vorfall vorerst verlassen hatten. In allen drei Gemeinden sollte der Schulunterricht am (heutigen) Freitag ausfallen.
Anwohner Bruce Razin sagte, auf dem Weg nach Hause habe er sofort gesehen, dass eine Explosion das Gebäude zwei Türen weiter dem Erdboden gleichgemacht habe.

Er habe schnell ein paar Sachen aus seiner Wohnung geholt und werde die Nacht bei seiner Mutter in einer anderen Stadt verbringen. Ra Nam hatte wohl Glück im Unglück: Er sei im Garten gewesen, als plötzlich sein Feueralarm losgegangen sei, sagte er. Dann habe er im Keller entdeckt, dass sein Boiler brannte und das Feuer gelöscht. Minuten später hörte Nam nach eigenem Bekunden einen lauten Knall bei den Nachbarn. Eine Frau und zwei Kinder hätten sich rechtzeitig aus dem Haus retten können.

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(dpa)