Ehrenmord: Brüder töten Schwester und packen Leiche in Koffer – Prozessauftakt

Prozess-Auftakt gegen zwei afghanische Brüder. Den Männern (23, 27) wird vorgeworfen, ihre Schwester umgebracht und in einem Koffer abtransportiert zu haben. Die Leiche sollen sie dann in Bayern verscharrt haben.
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Das Strafgesetzbuch. Foto: Oliver Berg/dpa
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Das Strafgesetzbuch. Foto: Oliver Berg/dpa

Am Mittwoch, 2. März, beginnt um 10 Uhr der Prozess vor dem Berliner Landgericht gegen die zwei Brüder, die ihre Schwester gewaltsam ermordet haben sollen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Männer die 34-Jährige getötet haben, weil sie sich nicht den Moralvorstellungen der Familie unterworfen habe. Die Anklage wirft ihnen einen Mord aus niederen Beweggründen vor. Die 27 und 23 Jahre alten Männer sollen ihre Schwester am 13. Juli 2021 getötet, dann deren Leiche in einem Rollkoffer nach Bayern gebracht haben und diese dort vergraben haben. Sie sitzen seit Anfang vergangenen Augusts in Untersuchungshaft.

Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte um den Begriff „Ehrenmord“ und die gescheiterte Integration von Flüchtlingen ausgelöst. Die Frau und die Brüder waren vor einigen Jahren aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Von ihrem afghanischen Mann war sie geschieden. Nach früheren Angaben von Ermittlern wurde die 34-Jährige besonders von einem der Brüder, der auch in Berlin lebte, unter Druck gesetzt und kontrolliert.

Ermordete Afghanin (†34) hatte zwei Kinder (10, 14)

Das Opfer hatte zwei Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren. Sie stehen unter der Obhut des Jugendamtes und sind als Nebenkläger im Prozess vertreten. Die Kinder wurden vorab bei einer Video-Vernehmung befragt. Die angeklagten Brüder und deren Verteidiger nahmen von einem anderen Raum aus teil. Das Video könnte dann im Prozess gezeigt werden – und den Kindern eine weitere Belastung ersparen.

Nach Angaben der Verteidigung werden die Angeklagten im Prozess von ihrem Recht Gebrauch machen, zu schweigen. Bislang hat das Gericht bis zum 12. August 35 weitere Prozesstage geplant. Rund 50 Zeuginnen und Zeugen sowie 7 Sachverständige sind bisher benannt.

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dpa