Demonstration Rassismus Düsseldorf
Foto: Henning Kaiser/dpa

In Nordrhein-Westfalen demonstrieren in mehreren Städten Zehntausende Menschen gegen Rassismus. Geplant waren viel weniger. Mit anti-rassistischen Slogans marschieren sie durch die Städte.

Kritik gab es, weil der wegen der Corona-Pandemie geltende Mindestabstand nicht eingehalten wurde.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich auf Twitter kritisch in Bezug auf alle Demonstrationen des Landes: „Ich teile den Anlass des Protests voll und ganz. Aber trotzdem sind die Abstände zu klein.“ Die Gefahr der Corona-Pandemie sei nicht gebannt. Rassismus müsse bekämpft werden, aber ohne vermeidbare Corona-Tote. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da.

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Den Veranstaltern zufolge demonstrierten allein in der Landeshauptstadt rund 10.000 Menschen. Gerechnet hatten sie mit 2000.

„Black lives matter!“ Zehntausende Menschen haben anti-rassistische Slogans auf den nordrhein-westfälischen Straßen gerufen. „Wir haben genug gesehen und zu lange nichts getan. Es ist Zeit, tätig zu werden“, erklärte die Düsseldorfer Demo-Leiterin Sephora Bidiamba am Samstag.

 

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Eine Mit-Organisatorin sagte: „Es ist überwältigend“. Es sei „schön zu sehen, dass so viele Leute bereit sind, in solchen Zeiten für so ein wichtiges Thema auf die Straße zu gehen“.

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Auch in Köln sind der Polizei zufolge mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen. Zwar war in Düsseldorf eine stille Demo geplant, aber immer wieder waren die Rufe „No Justice, No Peace“ und „Black Lives Matter“ zu hören.

Rufe, die auch bei den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten immer wieder fallen. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd habe „das Fass zum Überlaufen gebracht, aber Rassismus gibt es überall“, sagte die 23-jährige Bidiamba.

Karima Benbrahim, Leiterin des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in NRW, vermutet auch bei der Polizei in NRW „rechtsextreme und rassistische Strukturen“. Sie fragte: „Wir haben einen Rassismusproblem in der Gesellschaft, warum sollte das nicht auch die Polizei betreffen?“

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Bestimmte Menschen würden beispielsweise öfter kontrolliert und aggressiver behandelt. Beispiele hierfür seien zum einen verdachtsunabhängige Kontrollen der Polizei, die meistens „Schwarze oder maghrebinische Männer“ träfen. Daher müsse in der Ausbildung der Polizeibeamten stärker auf die Vermittlung anti-rassistischer Trainings gesetzt werden.

Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums sagte, dass die Polizei strikt gegen Rassismus und Rechtsextremismus in den eigenen Reihen vorgehe. Bei den Polizeibewerbern werden dem Sprecher zufolge die Personen auf extremistische Neigungen geprüft. „Über 100 Bewerberinnen und Bewerber wurden in diesem Jahrgang aufgrund von Zweifeln an der charakterlichen Eignung abgelehnt.“

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In Düsseldorf hielten viele der Demonstranten ein Plakat mit der Aufschrift „I can’t breathe“ („Ich kann nicht atmen“) hoch. Worte, die George Floyd kurz vor seinem Tod immer wieder sagte.

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Auch den Namen des verstorbenen Floyds wiederholten die Demonstranten in Düsseldorf. Fast alle trugen nach vorheriger Anordnung der Veranstalter schwarze Oberteile und hielten ihre Faust hoch. Bei der Kundgebung rief ein Demonstrant über ein Megafon „Rassismus mit Stolz, mit Stärke, mit Präsenz bekämpfen“.

Quelle: dpa