Knoblauchfestival Schießerei
Foto: Handout / Christopher Robinson Morales/AFP

Hunderte Besucher genießen den Sonntagabend auf einem Volksfest in Kalifornien, als plötzlich Schüsse fallen und Panik ausbricht. Es gibt Tote und Verletzte. Eine Großfahndung ist im Gange.

Bei Schüssen auf einem Volksfest in Kalifornien sind mindestens vier Menschen getötet worden, unter ihnen ein mutmaßlicher Täter. Wie die Polizei am Sonntagabend (Ortszeit) in der Stadt Gilroy südlich von San Francisco mitteilte, wurden zudem 15 Menschen verletzt.

Der Schütze sei mit einer Art Gewehr bewaffnet gewesen und habe anscheinend wahllos in die Menge gefeuert, sagte der örtliche Polizeichef Scot Smithee. Ein Motiv sei zunächst nicht zu erkennen gewesen.

Der Mann sei nach nur einer Minute von den Beamten gestellt und erschossen worden. Nach einem möglichen zweiten Beteiligten werde gefahndet – ob auch dieser geschossen oder dem Schützen geholfen habe, sei unklar.

Präsident Donald Trump schaltete sich zuvor über Twitter ein. Die Polizei sei vor Ort, schrieb er. Doch gebe es Berichte, wonach der Schütze noch nicht gestoppt worden sei. Daher sei Vorsicht geboten.

„Dies ist eine der Pressekonferenzen, die man in seiner Stadt niemals geben möchte“, erklärte Smithee. Er bat Augenzeugen, der Polizei bei der Fahndung zu helfen. Der Täter sei mit Hilfe eines Werkzeuges durch einen Zaun auf das Areal des Volksfestes eingedrungen, um Sicherheitskontrollen zu umgehen. Dabei handelte es sich um das dreitägige „Gilroy Garlic Festival“ (Gilroys Knoblauch-Festival). Laut dem Veranstalter zieht dieses Nahrungsmittel-Fest seit 1979 viele Familien an. Es hat sich auf knoblauchhaltige Speisen spezialisiert. Auch Musikgruppen treten dort auf.

Eine Sprecherin des Santa Clara Valley Medical Center sagte der Deutschen Presse-Agentur, fünf Menschen seien in das Krankenhaus gebracht worden. Zu ihrem Zustand konnte sie zunächst keine Angaben machen. Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich auf Twitter zu Wort. „Seid vorsichtig und passt auf!“, appellierte er, bevor die Polizei von dem getöteten Schützen berichtete.

Ein Augenzeuge sagte dem regionalen Sender NBC Bay Area, eine Kugel habe seinen Kopf knapp verfehlt, und als er sich umdrehte, habe er zahlreiche Menschen rennen sehen. Der Schütze habe eine Art Tarnkleidung getragen, sagte ein anderer Zeuge. Wackelige Bilder auf NBC zeigten Menschen, die auf einer Wiese vor etwas wegrennen. Andere Aufnahmen zeigen Polizeiwagen mit Blaulicht. In Sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos, in denen Schüsse zu hören sind.

Die 13-jährige Evenny Reyes sagte der Zeitung „Mercury News“, sie, Familienmitglieder und Freunde hätten das Festival gerade verlassen wollen, als sie einen Mann mit einem um sein Bein gewickelten Kopftuch gesehen hätten. Er sei angeschossen worden. „Und da waren Leute auf dem Boden, die weinten.“ Unter ihnen sei auch ein kleines Kind gewesen. Leute hätten in ihrer Panik Tische umgeworfen.

Sie selbst sei zunächst aber nicht weggelaufen, weil sie die Schüsse für Feuerwerk gehalten habe, schilderte Reyes weiter. Die Geräusche hätten fünf Minuten angehalten, vielleicht auch drei. „Es war wie in Filmen – jeder weinte, Leute schrien.“

Die ortsansässige Natalie Martinez sagte „Mercury News“, sie habe eben Essen holen wollen und dafür ihre zwei Töchter zurückgelassen, als die Schüsse fielen. „Ich rannte los, um die Mädels zu finden – und wir rannten praktisch ineinander. Ich hatte das Gefühl, wir sind freie Beute. Es war furchbar.“

Das sogenannte Gilroy Garlic Festival in Nordkalifornien ist eine jährliche, dreitägige Veranstaltung mit landesweitem Renommee. Für gewöhnlich zieht es mehr als 100.000 Knoblauchliebhaber und Interessierte an. Neben Essen gibt es Kochwettbewerbe und Musik. Der Sonntag war der letzte Tag des Events. Gilroy hat rund 50.000 Einwohner und liegt 176 Kilometer südöstlich von San Francisco.

In den USA kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Schusswaffen. 2017 starben deswegen knapp 40 000 Menschen in den Vereinigten Staaten. Im Oktober 2017 hatte ein Mann bei einem Musikfestival in Las Vegas ein besonders folgenschweres Massaker angerichtet: Dutzende Menschen wurden getötet, als er von einem Hotel aus auf die Menschenmenge schoss.

Quelle: dpa