Foto: dpa/Holger Battlefeld
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Im Prozess um den Tod eines prominenten Unternehmerehepaars aus Wuppertal ist der angeklagte Enkel zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Wuppertal erkannte in seinem Urteil vom Dienstag auf Mord und Totschlag. Zudem stellten die Richter laut einem Sprecher die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sich der 27-Jährige im Streit mit seinem Großvater aus Wut und Verzweiflung entschloss, ihn zu töten. Damit sei kein Mordmerkmal erfüllt. Um diesen Totschlag zu verdecken, tötete er seine Großmutter, indem er ihr schwere Kopfverletzungen zufügte und sie anschließend erdrosselte. Sie wurde nach Auffassung des Gerichts aus Heimtücke ermordet.

Ein ebenfalls angeklagter Bekannter des Manns wurde freigesprochen. Zwar wurden seine DNA-Spuren in Haus nachgewiesen, es war ihm aber nicht nachzuweisen, dass er bereits vor dem Tod der beiden Senioren im Haus war. Es sei denkbar, dass er erst danach ins Haus kam, um dem 27-Jährigen dabei zu helfen, die Tatwerkzeuge zu beseitigen. Angeklagt waren beide wegen zweifachen Mordes.

Das Gericht sah anders als die Staatsanwaltschaft keine Habgier als Motiv. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für beide Angeklagte gefordert. Dem kam die Kammer nur im Fall des Hauptangeklagten nach. Die Verteidigung hatte hingegen auf Freispruch plädiert.

Der Fall des getöteten Unternehmerpaars hatte in Wuppertal und darüber hinaus für Entsetzen gesorgt. Das Ehepaar hatte Kunst und Kultur mit Bezug zu der nordrhein-westfälischen Stadt unterstützt.

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(AFP)