Donald Trump Joe Biden
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Aus Sicherheitsgründen sollen Donald Trump und Joe Biden, die beiden Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten, nicht mehr persönlich im TV-Duell aufeinandertreffen. Doch Trump will da nicht mitmachen. Sein Wahlkampfchef beschimpft die Debattenkommission.

Das zweite Rededuell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden soll wegen der Corona-Erkrankung des Präsidenten virtuell stattfinden. Das gab die überparteiliche Kommission für Präsidentschaftsdebatten am Donnerstag bekannt. Trump nannte das im Sender Fox News inakzeptabel. Bidens Teams sagte dagegen dessen Teilnahme zu. Damit ist fraglich, ob die zweite für den 15. Oktober geplante Fernsehdebatte zwischen Trump und Biden überhaupt zustande kommt.

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Die beiden Kandidaten hatten vergangene Woche erstmals im Fernsehen debattiert. Nur 48 Stunden später wurde bei Trump Corona diagnostiziert. Danach gab es Bedenken, ob die beiden zum Fernsehduell in der kommenden Woche erneut persönlich aufeinandertreffen sollten. Die Kommission erklärte jetzt, um die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu garantieren, sollten die Kandidaten von zwei unterschiedlichen Orten aus sprechen. Moderation und Gäste sollten wie geplant in Miami zusammenkommen.

Trump erklärte umgehend, an einem virtuellen Fernsehduell werde er nicht teilnehmen. Sein Wahlkampfleiter Bill Stepien warf der Kommission vor, sie habe ein persönliches Aufeinandertreffen Trumps und Bidens einseitig abgesagt. Die Sicherheit der Teilnehmer lasse sich auch anders garantieren. Stepien bezeichnete Mitglieder der Kommission als „Sumpfkreaturen“, die Biden zu Hilfe geeilt seien. Trump werde nun stattdessen eine Wahlkampfkundgebung abhalten.

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Bidens Wahlkampfteam teilte dagegen mit, der Herausforderer freue sich, direkt zum amerikanischen Volk zu sprechen. Berater Bidens erklärten, wenn Trump das zweite Duell absage, sei das für den Herausforderer durchaus hilfreich. Besonders noch unentschiedene Wähler bekämen ihrer Meinung nach den Eindruck, dass Trump nach der chaotischen ersten Debatte kneife.

Biden hat sich mehrfach auf Corona testen lassen und sagte, auch er freue auf das für den 15. Oktober angesetzte Duell. Aber wenn Trump noch ansteckend sei, solle die Debatte nicht stattfinden. Die US-Seuchenkontrollbehörde hat erklärt, Erkrankte könnten die Isolation zehn Tage nach Beginn der Symptome beenden. Danach empfiehlt sie, weiter Maske zu tragen und Abstand zu halten.

Trump sagte, er glaube nicht, dass er überhaupt noch ansteckend sei. „Ich fühle mich gut, wirklich gut, ich glaube perfekt“, sagte er und versicherte, er sei bereit für neue Wahlkampfkundgebungen. „Am liebsten schon heute Abend.“

So lief das Duell der Vizekandidaten Pence und Harris

Virtuelle Duelle hat es schon früher gegeben. Im Wahlkampf 1960 bestritten John F. Kennedy und Richard Nixon ihre letzte Debatte von verschiedenen Orten aus. Besondere Vorkehrungen galten auch am Mittwochabend, als Trumps Vize Mike Pence in einem TVDuell gegen die demokratische Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris antrat. Sie standen nicht nur weit auseinander, sondern zwischen ihnen waren auch Plexiglasscheiben montiert.

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Erwartungsgemäß dominierte die Corona-Krise das Aufeinandertreffen von Pence und Harris. Die Senatorin warf der Trump-Regierung ein Totalversagen vor – sie habe die Gefahr durch das Virus bewusst heruntergespielt. „Sie wussten, was passiert, und sie haben es Ihnen nicht gesagt“, sagte die Demokratin und richtete ihren Blick dabei direkt in die Kamera.

Pence lobte dagegen Trumps Entscheidung, Reisen aus China zu unterbinden. Dies habe den USA „unschätzbare Zeit verschafft“, um die Reaktion auf die Pandemie zu koordinieren. Allerdings hat Trump Einreisen aus China nicht gestoppt, sondern lediglich eingeschränkt und Zehntausende kamen danach noch ins Land.

Quelle: dpa