Donald Trump Nato-Gipfel
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US-Präsident Donald Trump sollte nach Ansicht seines Sicherheitsberaters den Friedensnobelpreis für ausgehandelte Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekommen.

„Ich denke, der Präsident wird in die Geschichte als ein großer Friedensstifter eingehen“, sagte Trumps Berater für Nationale Sicherheit, Robert O’Brien, am Donnerstag in Washington. Zuvor hatten Israel und die Emirate in einem historischen Schritt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen angekündigt.

Trump hatte zuvor die Erklärung der beiden Länder und der USA zu der Vereinbarung veröffentlicht. „Die heutige Arbeit ist ein Beispiel dafür, warum er zurecht für den Friedensnobelpreis in Erwägung gezogen werden könnte – und ein Spitzenreiter sein sollte“, sagte O’Brien.

Trump selbst hatte bereits im vergangenen Jahr gesagt, er würde den Nobelpreis „für viele Sachen“ bekommen – „wenn man sie fair vergeben würde, was nicht der Fall ist“. Trumps Vorgänger Barack Obama war bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

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Nach der überraschenden Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) macht das Weiße Haus Hoffnungen auf weitere Fortschritte im Nahost-Friedensprozess. «Wir sind überzeugt, dass weitere Länder in den Startlöchern stehen» – und die Reaktion auf die historische Vereinbarung zwischen Israel und den VAE abgewartet hätten, sagte der US-Präsidentenberater für Nationale Sicherheit, Robert O’Brien. Als Teil der Vereinbarung setzt Israel seine Annexionspläne im besetzten Westjordanland zunächst aus. Sowohl bei israelischen Siedlern als auch bei der Palästinenserführung stieß das Abkommen auf Kritik.

Die Vereinbarung zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den VAE war am Donnerstag von US-Präsident Donald Trump als Vermittler bekanntgegeben worden. Trump zufolge soll sie in den kommenden Wochen im Weißen Haus schriftlich fixiert werden. Er erwarte, dass dafür Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie eventuell auch der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Said Al Nahjan, nach Washington kommen, sagte O’Brien.

Delegationen aus Israel und den Emiraten sollen sich in den kommenden Wochen treffen, um bilaterale Abkommen in Bereichen wie Tourismus, Sicherheit, Technologie, Energie und Gesundheit zu unterzeichnen.

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Israel setzte als Teil der Vereinbarung seine Annexionspläne im besetzten Westjordanland aus. Zunächst wurde nicht bekannt, wie lange der Stopp währen soll. Netanjahu betonte zugleich, die Annexionspläne im besetzten Westjordanland seien nicht grundsätzlich vom Tisch. In israelischen Siedlerkreisen stieß die Aussetzung auf Kritik.

Auch die Palästinenserführung kritisierte das historische Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten scharf. Nach einer Dringlichkeitssitzung am Donnerstagabend in Ramallah teilte das Büro des Präsidenten Mahmud Abbas mit, man lehne die «plötzliche Mitteilung» beider Länder ab und verurteilte sie. Es sei ein Schlag für die saudische Friedensinitiative und die Erklärungen der Arabischen Liga sowie ein aggressives Vorgehen gegen das palästinensische Volk. Außenminister Riad Malki teilte mit, man habe den palästinensischen Botschafter in den Emiraten abberufen.

Die Emirate sind ein enger Verbündeter der USA. Sie pflegten bisher offiziell keine diplomatischen Verbindungen zu Israel, knüpften Berichten zufolge aber heimlich Kontakte. Ein ranghoher Diplomat der Emirate hatte zuletzt davor gewarnt, dass Israels geplante Annektierung besetzter Gebiete im Westjordanland die Chance mindern könne, dass sich die Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten normalisieren. Aus dem arabischen Raum unterhält Israel bislang nur Beziehungen zu seinen Nachbarn Jordanien und Ägypten.

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Quelle: dpa