Corona Abstrichstäbchen
Foto: Jens Büttner/dpa

Erstmals sind in Deutschland mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18.681 gelegen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619.089 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 06. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11.096Das RKI schätzt, dass rund 402.500 Menschen inzwischen genesen sind.

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Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger.

Das RKI gibt auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an, der das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen zeigt. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Donnerstag liegt er bei 0,93, also ebenfalls leicht unter 1.

Merkels Prognose ist richtig – sieben Wochen zu früh

Den bislang höchsten Wert der neuen Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet. Ende September hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Rechenszenario erläutert, wie es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen geben könnte. Nun ist dieser Wert sieben Wochen früher übertroffen.

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Es war der fünfte gemeldete Höchststand an einem Donnerstag in Folge. Am Donnerstag vor einer Woche betrug die Zahl 16.774, vor drei Wochen (15.10.) 6638 – was jeweils Höchststände für Deutschland waren. Vor vier Wochen (8.10.) hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 4058 einen Höchstwert seit April, also für die zweite Infektionswelle, erreicht.

Um den rasanten Anstieg der Infektionen zu stoppen, greifen seit dieser Woche für den gesamten November erneut Schließungen etlicher Einrichtungen – Schulen, Kitas und Einzelhandel bleiben aber offen. Bis sich Effekte des Teil-Lockdowns im Infektionsgeschehen zeigen, dauert es wegen der Zeit von der Ansteckung bis zu Symptomen über Tests und Erfassung nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen.

Labore sind mit Tests überlastet

Bei Tests gibt es inzwischen wachsende Probleme beim Auswerten. So meldeten laut RKI in der vergangenen Woche 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98.931 abzuarbeitenden Proben. Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labore mit 20.799 Proben gewesen. Zuletzt machten 191 Labore rund 1,6 Millionen Untersuchungen pro Woche – ein Rekordwert.

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Bundesrat und Bundestag beraten am Freitag parallel über weitere Corona-Gesetzespläne. Für Verdienstausfälle sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden. Das Bundesgesundheitsministerium soll regeln können, dass auch Nichtversicherte Anspruch auf Schutzimpfungen und Testungen haben. Der Einsatz neuer Schnelltests soll erleichtert werden. Bei Bedarf sollen auch Kapazitäten tiermedizinischer Labore genutzt werden können. An die Gesetzespläne angefügt werden soll zudem eine genauere gesetzliche Grundlage für Corona-Beschränkungen, wie sie zuletzt von Bund und Ländern beschlossen worden waren.

Quelle: dpa