Foto: Shutterstock/TFoxFoto
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Er soll seine Lebensgefährtin erst in Brand gesetzt und dann vor dem Tod bewahrt haben: Vor dem Landgericht Bonn muss sich ein 49 Jahre alter Dauercamper aus Königswinter wegen besonders schwerer Brandstiftung und schwerer Körperverletzung verantworten.

Wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte, soll der Garten- und Landschaftsbauer in der Nacht zum 25. September 2018 seine Lebensgefährtin im Campingwagen, den sie gemeinsam bewohnten, mit Benzin übergossen haben. Durch die Benzindämpfe und eine brennende Duftkerze kam es laut Anklage zur Stichflamme, die den gesamten Wagen in Brand setzte.

Ein Drittel der Haut verbrannt

Daraufhin soll der Angeklagte die brennende Freundin an die Hand genommen, aus dem Wohnwagen gezerrt und die Flammen gelöscht haben, um sie laut Anklage vor dem „sicheren Tod zu retten“. Die Frau erlitt schwerste Verbrennungen zweiten und dritten Grades, mindestens 36 Prozent der Haut verbrannten. In der Nacht noch wurde sie in eine Kölner Spezialklinik geflogen. Es bestand Lebensgefahr.

In der Tatnacht hatte sich das Paar, das seit neun Monaten zusammen lebte, heftig gestritten. Sie soll ihm vorgeworfen haben, mit einem anderen Dauercamper ein homosexuelles Verhältnis zu haben. Daraufhin soll der Angeklagte den Kanister geholt haben.

Durch die Rettung seiner Lebensgefährtin muss sich der 49-Jährige nicht wegen eines Tötungsdeliktes verantworten, da er vom Tötungsversuch zurückgetreten sei. Dennoch muss der Angeklagte, der seit der Tatnacht in U-Haft sitzt, mit einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen. Der Prozess ist noch nicht terminiert. (dpa)