Foto: dpa/Leo Drumond
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Bis zu 300 Menschen werden nach Behördenangaben noch vermisst. Als der Damm am Freitag brach, wurden Berichten zufolge keine Warnsirenen aktiviert.

Die Zahl der Toten nach dem Bruch eines Damms für Bergbauschutt in Brasilien ist auf 58 gestiegen. Noch immer würden bis zu 300 Menschen vermisst, teilte die Zivilschutzbehörde im Bundesstaat Minas Gerais am Sonntagabend mit. 23 Personen kamen nach Angaben der örtlichen Feuer ins Krankenhaus.

Der Damm war am Freitag gebrochen und eine Lawine aus Eisenerzabfall hatte die Gemeinde Vila Ferteco erreicht und Gebäude begraben.

Am Sonntag nahmen Hilfskräfte die Suche nach Vermissten wieder auf, nachdem der Einsatz aus Sorge um einen Bruch eines zweiten Damms kurz unterbrochen worden war. Teams versuchen seitdem, sich Zugänge in verschüttete Gebäude zu graben. Es wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer steigt. Am Sonntagabend trafen mehr als 100 israelische Soldaten ein, um am Montag bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten zu helfen.

Das brasilianische Bergbauunternehmen Vale zog Ärger auf sich. Mehrere Personen gaben zu verstehen, dass am Freitag keine Warnsirenen aktiviert worden seien. „Ich hörte nur Rufe, Personen, die sagten, man solle weggehen“, sagte Caroline Steifeld, die in Sicherheit gebracht wurde. Vale schrieb der Nachrichtenagentur AP, dass es acht Sirenen in der Gegend gebe. Doch „die Geschwindigkeit, mit der das Ereignis passierte, machte das Erklingen eines Alarms unmöglich“ in dem Damm, der zusammengebrochen sei.

Der Gouverneur von Minas Gerais, Romeu Zema, sagte, inzwischen gehe es bei den Einsätzen vor allem um die Bergung von Leichen. „Ich denke nicht, dass er am Leben ist“, sagte Joao Bosco über seinen Cousin Jorge Luis Ferreira, der für Vale arbeitete. „Im Moment kann ich nur auf ein Wunder hoffen.“

Am Wochenende froren staatliche Gerichte und das Justizministerium von Minas Gerais rund drei Milliarden Dollar an Vale-Vermögen für staatliche Notfalldienste ein. Sie forderten das Unternehmen auf, darüber zu berichten, wie es den Opfern helfen werde. Zur Ursache für den Dammbruch haben sich weder Vale noch die Behörden erklärt. Generalstaatsanwältin Raquel Dodge kündigte Ermittlungen an. „Irgendjemand hat definitiv schuld“, sagte sie. Dodge verwies darauf, dass allein im Staat Minas Gerais 600 Minen als bruchgefährdet gelten würden.

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(dpa)