Spring Break Party Strand
Foto: AP/Julio Cortez

Jahr für Jahr reisen Tausende junge Amerikaner zum Spring Break nach Miami im US-Bundesstaat Florida und feiern den Beginn der Frühlingsferien tagelang ohne Rücksicht auf Verluste. Doch in Zeiten des sich ausbreitenden Coronavirus bekommt das ganze einen mehr als faden Beigeschmack.

„Wenn ich Corona bekomme, dann bekomme ich halt Corona“, sagt Student Brady Sluder aus Ohio in einem Interview, das der Nachrichtensender CBS News auf Twitter teilte. „Am Ende des Tages wird es mich nicht davon abhalten, Party zu machen.“

Es sind Worte, die zeigen, dass viele amerikanische Studenten nicht einmal daran denken, sich an das Social Distancing zu halten. Warum auch? Ihnen kann das Virus ja schließlich nichts anhaben, sie gehören nicht zur Risikogruppe.

Dass das stimmt, steht laut Experten so gut wie außer Frage. Es sind eher die älteren Menschen, denen das Virus gefährlich werden kann. Und in Verbindung mit der hohen Ansteckungsrate wird es für die sogenannten Risikogruppe, zu der beispielsweise auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem gehören, zum Problem, wenn sich Studenten am Strand von Fort Lauterdale treffen und gemeinsam den Spring Break feiern. Wie hier im Bild:

Spring Break Florida
Keine Spur von „Social Distancing“ beim Spring Break in Miami, Florida. Foto: AP/Julio Cortez

Und das tun sie zu Tausenden, obwohl die anliegenden Bars und Clubs nur noch teilweise geöffnet sind oder ganz geschlossen haben. Das ganze Problem geht so weit, dass in den USA sogar von einem „Krieg der Generationen“ die Rede ist. Unter dem Hashtag #BoomerRemover (zu Deutsch: „Boomer“-Entferner) lässt die ältere Generation ihrem Unmut freien Lauf. „Boomer“ werden die geburtenstarken Jahrgänge aus den 50er und 60er Jahren gemeint – die heute zur Risikogruppe gehören.

Dabei zeigt diese Grafik eindringlich, wie wichtig es ist, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht:

Ausbreitung des Coronavirus Grafik
Grafik: A. Zafirlis/dpa

Doch von Verständnis oder gar Einsicht ist in Miami derzeit bei den feierwütigen Studenten keine Spur, wie folgendes Video beweist:

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Wir übersetzen einfach mal:

  • „Das versaut mir meine Spring-Break-Ferien. Was soll man denn sonst hier machen, als in eine Bar oder an den Strand gehen? Jetzt wollen sie alles schließen. Ich denke, sie übertreiben.“
  • „Dieses Virus ist doch keine wirkliche Krise. Es gibt schlimmere Dinge auf der Welt wie Hunger und Armut. Darum sollten wir uns kümmern.“
  • „Ich bin dieses Jahr 21 geworden, ich bin hier um zu feiern, und es ist irgendwie enttäuschend, aber wir machen das Beste draus.“
  • „Wir feiern einfach tagsüber.“
  • „Wir leben für den Moment.“

Ein Ende des Corona-Wahnsinns rund um den Spring Break scheint ohne entsprechende Anordnung also nicht in Sicht. Und das, obwohl selbst „Terminator“ Arnold Schwarzenegger sich via Twitter an die Feier-Meute wendete:

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„Bleibt. Zu. Hause. Damit seid auch ihr gemeint, Spring Breakers“, schrieb der 72-Jährige auf Twitter. Darunter postete er ein Video, in dem er nach einem Workout im Whirlpool liegt und dabei Zigarre raucht.

Ganz so entspannt wie seine Lage ist sein Appell an die Jugendlichen allerdings nicht. „Ich sehe immer noch Fotos und Videos, in denen Leute auf der ganzen Welt draußen in Cafés sitzen und eine schöne Zeit haben. Das ist nicht schlau, weil ihr so das Virus bekommt.“

Bleibt zu hoffen, dass die Jugend auf Arnie hört und die Party verschiebt, doch danach sieht es derzeit nicht aus.