Mallorca Coronavirus
Foto: Clara Margais/dpa

Jens Spahn (CDU) hat die Bürger vor Leichtsinn im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt. Der Gesundheitsminister zog einen interessanten Vergleich.

„Die Gefahr einer zweiten Welle ist real“, sagte Spahn am Montag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler.

Spahn rief die Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden. An alle Bürgerinnen und Bürger gewandt sagte er: „Bitte, halten Sie Abstand. Bitte, halten Sie sich an die empfohlenen Hygienemaßnahmen. Und bitte, tragen Sie überall dort, wo es in geschlossenen Räumen empfohlen ist, die Alltagsmasken.“

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Mit Blick auf die Lage auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca äußerte sich Spahn besorgt. „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird“, sagte er. An der Playa de Palma hatten Hunderte Touristen unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen hemmungslos gefeiert.

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Spahn sagte, gemeinsames Feiern erhöhe das Risiko. „Ich bin jetzt wirklich kein Spielverderber oder Spaßverderber oder Feierverächter – aber es ist halt grad nicht die Zeit dafür.“ Während der Rückreise im Flugzeug und dann zu Hause erhöhten diese Menschen dann auch das Risiko für viele andere. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

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Gleichzeitig betonte Spahn, es müsse nicht automatisch mit einer zweiten Welle im Herbst oder Winter gerechnet werden. „Die meisten wissen, dass Gruppenreisen zum Ballermann, dass Großveranstaltungen, dass Umarmen zur Begrüßung oder das Einkaufen ohne Maske momentan keine guten Ideen sind“, sagte Spahn. „Wir haben besser gelernt, mit dem Virus zu leben, und wir wissen auch mehr über dieses Virus.“

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Allein in der vergangenen Woche seien etwa knapp 500.000 Menschen auf das Virus getestet worden, 175.000 mehr als noch vor vier Wochen. Laut Wieler können in Deutschland derzeit 1,1 Millionen Menschen pro Woche auf Corona getestet werden.

Weltweit sei die Zahl der Corona-Fälle innerhalb von nur fünf Tagen von 11 auf mehr als 12 Millionen gestiegen, sagte der RKI-Präsident. „Diese Pandemie ist weltweit wirklich sehr, sehr stark unterwegs.“

Zuletzt hatte es Aufregung um deutsche Urlauber auf Mallorca gegeben. Diese hatten ohne sich um die Corona-Regeln zu kümmern, alkoholisiert Party gemacht.

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Auf der Urlaubsinsel wächst derweil die Sorge, dass sich das rücksichtslose Verhalten der Touristen negativ auswirken wird. Obwohl Spanien eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder war, waren die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken.

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Auf den Balearen gab es am Freitag nach amtlichen Angaben 134 Infizierte, 87 davon auf Mallorca. Um Neuausbrüche zu verhindern, führten die Balearen am Montag eine sehr strenge Maskenpflicht ein.

Ein entsprechendes Dekret wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Damit folgen die Behörden dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Dort ist das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall außerhalb der eigenen vier Wände bereits Pflicht, auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden kann. Auch andere spanische Regionen bereiten eine solche Maskenpflicht vor.

Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben.

Die Behörden hatten einige Ausnahmen angekündigt. Am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, beim Sport und in der Natur außerhalb von Ortschaften dürfe die Maske abgenommen werden, hieß es.

Quelle: dpa