Coronavirus führt zu Aufständen in italienischen Gefängnissen – sechs Häftlinge sterben

In 27 Haftanstalten in Italien hat es große Proteste gegen Coronavirus-Maßnahmen gegeben. Dadurch sind auch Häftlinge ums Leben gekommen.
Gefängnis Mailand Coronavirus
Foto: Screenshot Twitter

In zahlreichen Gefängnissen in Italien ist es inmitten der Coronavirus-Krise zu Protesten mit mehreren Toten gekommen. In Modena seien sechs Häftlinge gestorben, mehrere wurden schwer verletzt.

Das berichten italienische Medien am Montag unter Berufung auf die Gefängnisverwaltung berichteten. Mehr als 50 hätten dort versucht, zu fliehen. Die Gewerkschaft der Gefängnispolizei sprach von Aufständen in 27 Haftanstalten im ganzen Land.

Grund für die Proteste sollen Maßnahmen gegen das Coronavirus gewesen sein. Dabei seien Besuche in Gefängnissen ausgesetzt worden. Womöglich starben die Häftlinge an einer Überdosis von Medikamenten.

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Medien zeigten auch Videos und Fotos von einem Aufstand in einem Gefängnis in Mailand. Zu sehen ist, wie Häftlinge auf einem Dach stehen und „Freiheit“ skandieren. In der Stadt Foggia wollten laut Medienberichten Häftlinge die Flucht versuchen.

Laut Gesundheitsbehörde der Region Latium gab es auch im großen römischen Gefängnis Rebibbia Aufstände. Die Organisation Antigone, die sich für die Rechte von Gefangenen einsetzt, erklärte, die Lage sei besorgniserregend.

In einer solchen Krise, die das Land derzeit wegen der Covid-19-Krankheit durchmache, sei es fundamental wichtig, auch Häftlingen die Situation zu erklären und Kontakte zu ihren Nahestehenden zum Beispiel über Skype zu ermöglichen.

dpa