FFP-2-Maske Angela Merkel
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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich an diesem Freitag mit dem Impfstoff Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Das berichtet die Tageszeitung „Die Welt“.

Die Kanzlerin ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland für Astrazeneca-Impfungen infrage kommen. Ein Regierungssprecher wollte die Information am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen.

„Die Bundeskanzlerin wird sich zeitnah impfen lassen“

Er verwies auf Regierungssprecher Steffen Seibert, der am Montag gesagt hatte: „Die Bundeskanzlerin wird sich zeitnah impfen lassen und wird die Öffentlichkeit dann darüber informieren.“ Dies gelte nach wie vor.

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Hintergrund der Aufregung um den Impfstoff ist, dass Astrazeneca in Deutschland nur noch für die über 60-Jährigen empfohlen wird. Der Einsatz für Jüngere bleibt nach ärztlichem Ermessen bei Menschen ohne höheres Blutgerinnsel-Risiko freiwillig möglich.

Der Grund für die Einschränkung ist, dass es zuletzt 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Astrazeneca-Impfung gab. 3,8 Millionen Mal wurde Astrazeneca inzwischen in Deutschland verimpft. Von den 42 Fällen sind 35 Frauen zwischen 20 und 63 Jahren betroffen gewesen. 8 Betroffene starben. In Dänemark wird die Impfkampagne nun ganz ohne das Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens fortgesetzt.

Gerät die Impfkampagne ins Stocken?

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, kritisierte, dass die Hausärzte nun weniger Biontech-Impfstoff als zu Beginn und dafür auch Astrazeneca bekommen. Die Impfkampagne werde so massiv ins Stocken geraten, hatte er am Mittwoch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt. „Das darf nicht passieren!“

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Ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies Gassens Behauptung zurück, dass die Impfstoff-Lieferungen an die Arztpraxen halbiert würden. „Vielmehr steigert sich die Impfstoffmenge stetig. Außerdem war immer klar, dass nach zwei Wochen die Praxen Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller bekommen.“

In der laufenden Woche gehen rund eine Million Biontech-Dosen an die Arztpraxen, in der kommenden Woche sollen es rund 462.000 Dosen Biontech und gut 554.000 Dosen Astrazeneca sein, in der letzten Aprilwoche dann 1,16 Million Dosen Biontech und 343.000 Dosen Astrazeneca. Brandenburg setzt seine Einladungen zur Impfung aus, um mit den vorhandenen Biontech- und Moderna-Dosen Astrazeneca bei Zweitimpfungen zu ersetzen.

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Quelle: dpa