Seit Wochen hält das Coronavirus die Menschheit in Atem. Irgendwie scheint die Erde während der Pandemie stillzustehen. Weltweit verbringen Menschen wegen Ausgangsbeschränkungen die meiste Zeit in den eigenen vier Wänden.

Trotz der räumlichen Enge sind die Möglichkeiten, sich im Haus oder in der Wohnung zu beschäftigen, vielfältig. Aber selbst die letzten Ecken sind irgendwann geputzt, der Körper von vielen Workouts irgendwann erschöpft und die letzte interessante Serie auf Netflix geschaut. Gut, wenn man dann noch ein kreatives Hobby in der Hinterhand hat.

Bei Chris Woodhead ist das der Fall. Der 33-Jährige arbeitete vor der Corona-Krise in einem Tattostudio in London und sitzt nun seit dem verhängten Lockdown mit seiner schwangeren Frau Ema und seinem Hund Pingu in der gemeinsamen Wohnung fest. „Ich habe rumgehangen, nicht gewusst, was ich tun soll, und das ganze Essen in den Schränken gegessen“, erklärte er im Gespräch mit „BBC“.

Doch dann kam ihm plötzlich eine Idee, die seine Zeit in häuslicher Isolation grundlegend verändern sollte. Chris entschied, sich jeden Tag ein neues Tattoo selbst zu stechen. Und das, obwohl er bereits ungefähr 1000 Motive auf seinem Körper hatte. Die ersten ließ er sich im Alter von 18 Jahren stechen. So sah er übrigens am 16. April aus – nach Tag 31 in Quarantäne:

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„Ich finde, Tatöwieren hat etwas beruhigendes. Im Moment zeichne ich, was mir in den Sinn kommt“, erklärt er. „Und das ist, abgesehen von dieser monumentalen Krise, nicht viel.“ „Nicht viel“ ist auch ein gutes Stichwort, denn allzu viel Platz hat der Vater in spe auf seinem Körper nun nicht mehr.

Und irgendwann soll irgendwo noch der Name seines Kindes einen Platz finden. Um möglichst viel davon offen zu halten, hat er sich sogar schon unter dem Fuß ein Tattoo verpasst. „Wann wird es enden?“, steht dort auf englisch:

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Motive mit direktem Bezug zum Coronavirus hat er einige. Der bekannte, kreisförmige und mit Zacken besetzte Coronavirus-Partikel ziert ebenso seinen Körper wie das Logo des britischen Gesundheitsministeriums „NHS“:

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„Was ich so traurig finde, ist, dass diese Situation erst kommen musste, damit die Leute den NHS zu schätzen wissen und realisieren, dass ihr Job unfassbar hart ist“, erklärte Chris, der auch der Netflix-Erfolgsserie „Tiger King“ ein Tattoo widmete, dazu.

Doch gefällt ihm das Ganze eigentlich? Liest man die folgende Aussage, kommen da schon erhebliche Zweifel auf: „Wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich verdammt komisch aus – wie ein Stück Schimmelkäse. Es ist nur noch sehr wenig freier Platz vorhanden.“

Laut eigenen Angaben kann er sich noch einen Monat lang tätowieren, bis der Platz aufgebraucht ist. Sein Kind ist aber erst für Juli ausgezählt. Sollte der Lockdown noch länger anhalten, muss der werdende Vater also kreativ werden, will er den Names seines Sprösslings noch halbwegs sichtbar unterbekommen.