Coronavirus Schule
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Als zweites Bundesland nach Mecklenburg-Vorpommern ist Hamburg an diesem Donnerstag ins neue Schuljahr gestartet. Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein folgen in der kommenden Woche. Begleitet wird der Schuljahresbeginn weiterhin von Diskussionen, wie ein halbwegs normaler Betrieb unter Coronavirus-Pandemiebedingungen gelingen kann.

Und wie regeln das andere Länder? Ein Überblick:

In ÖSTERREICH startet das neue Schuljahr erst Anfang oder Mitte September. Bisheriges Ziel ist ein normaler Schulbetrieb. Um die Lage in den Schulen zu überprüfen, sollen ab Herbst die Kinder bei Verdacht einen Test mit Gurgelwasser machen, der den Nasen-Rachen-Abstrich ersetzen oder ergänzen soll. Sollte es positive Fälle geben, wird erst die Klasse und bei größerem Ausmaß auch wieder die Schule vorübergehend geschlossen. Um die neuen Herausforderungen bewältigen zu können, will Österreich bis zu 1000 Langzeitarbeitslose und Wiedereinsteiger ausbilden, die die Lehrer und Direktoren bei der Verwaltung unterstützen sollen.

In der SCHWEIZ beginnen die ersten Schulen am 10. August wieder mit dem Unterricht. Es soll Präsenzunterricht geben, aber mit welchen Schutzmaßnahmen, entscheidet jeder der 26 Kantone und Halbkantone für sich. In mindestens drei Kantonen müssen Schülerinnen und Schüler in Gymnasien und Berufsschulen Masken tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. In einigen Schulen sollen nur die Lehrer, nicht die Kinder und Jugendlichen den Unterrichtsraum wechseln. Familien, die in letzter Minute aus Risikoländern zurückkehren und in Quarantäne müssen, verstoßen gegen die Schulpflicht und könnten mit einem Bußgeld belegt werden.

In FRANKREICH steht die „rentrée“ (Rückkehr) in die Schulen traditionell für Anfang September auf der Agenda. Das Bildungsministerium setzt darauf, dass alle Beteiligten – Eltern, Lehrer, Schüler – bei den Vorsichts- und Vorbeugemaßnahmen gegen die Corona-Pandemie mitziehen. Schüler ab elf Jahren müssen eine Maske tragen, falls der Mindestabstand von einem Meter nicht gewährleistet ist. Das gilt für Innen- und Außenbereiche von Schulen und auch für Ausflüge oder Reisen. Eltern werden angehalten, ihre Kinder zu Hause zu lassen, wenn sie mehr als 38 Grad Fieber oder Covid-19-Symptome haben.

Nach den Sommerferien sollen die Schulen in den NIEDERLANDEN ab dem 17. August in drei Stufen wieder voll den Betrieb aufnehmen. Erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise Mitte März können alle Schüler wieder in die Schule. An den Grundschulen wird es keinerlei Einschränkungen geben. Dort entfällt auch der sonst übliche Sicherheitsabstand von 1,5 Metern. Auch die 12- bis 18-Jährigen auf den weiterführenden Schulen müssen untereinander keinen Abstand mehr halten – nur gegenüber den Lehrern gilt die 1,5-Meter-Regel.

Die Schulen in BELGIEN öffnen nach den Sommerferien wieder am 1. September. Wie genau der Unterricht dann aussieht, entscheidet ein vierstufiges Ampelsystem basierend auf dem Infektionsgeschehen im Land. Für Grundschüler soll es auf jeder Stufe an jedem Wochentag und in voller Klassenstärke Präsenzunterricht geben. Eine Maskenpflicht ist für sie nicht vorgesehen. Für weiterführende Schulen ist zunächst eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht geplant.

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In POLEN sollen die Schulen zum Start des neuen Schuljahrs am 1. September wieder im normalen Betrieb laufen, sofern die epidemiologische Situation dies zulässt. Eine Maskenpflicht für Schüler während des Unterrichts soll es nicht geben, dafür eine Pflicht zum Händewaschen für Schüler und Lehrer direkt nach dem Betreten der Schule, vor dem Essen und nach dem Gang auf die Toilette. Auch sollen die Gebäude regelmäßig desinfiziert werden. Für den Fall, dass örtliche Corona-Ausbrüche auftreten, könnten die Schulleiter nach Absprache mit den Gesundheitsämtern je nach Lage einen Teil der Schüler in den Fernunterricht schicken oder den gesamten Schulbetrieb auf Fernunterricht umstellen.

Die Schulen in TSCHECHIEN öffnen nach den Sommerferien regulär am 1. September. Der Unterricht soll in voller Klassenstärke stattfinden. Es wird auf häufigere Desinfektion gesetzt. In den nächsten Wochen sollen die Schulen einen Hygieneleitfaden erhalten. Ein Mundschutz soll nur dann Pflicht sein, wenn es allgemein in Innenräumen vorgeschrieben ist, wie aktuell nur noch in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien.

Als die Corona-Krise Mitte März über Europa hereinbrach, reagierten die Skandinavier schnell: DÄNEMARK (Schulstart am 10. August) und NORWEGEN führten strikte Corona-Maßnahmen ein und entschlossen sich dabei auch dazu, die Schulen zu schließen. Auch FINNLAND stellte weitgehend auf Fernunterricht um. Während dänische und norwegische Kinder bereits seit April nach und nach und unter strengen Abstands- und Hygieneregelungen wieder zurück in den Schulunterricht geschickt wurden, zogen die Finnen im Mai nach. Nur SCHWEDEN ging einen Sonderweg und ließ neben Restaurants, dem Einzelhandel und vielem weiteren auch seine Schulen ununterbrochen offen. Dort laufen – ebenso wie andernorts in Skandinavien – gerade die Vorbereitungen für das neue Schuljahr.

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In SPANIEN beginnt das neue Schuljahr je nach Region erst Anfang bis Mitte September. Einige Schulverbände haben in den vergangenen Tagen angesichts einer Zunahme der Neuinfektionen eine Verschiebung des Präsenzunterrichts gefordert. Die verschiedenen Regionen des Landes haben für den Neustart bereits zahlreiche Regeln erstellt: Es soll unter anderem eine Maskenpflicht und Temperaturmessungen, maximale Klassenbelegungen von 12 bis 20 Schülern, feste Schülergruppen in den Klassenräumen, Kantinen und Schulbussen, Krankenpfleger in den Schulen und auch Unterricht im Freien geben. Einige Regionen, in denen es besonders viele Neuausbrüche gibt, erwägen eine Fortsetzung des Onlineunterrichts.

In GRIECHENLAND und in der REPUBLIK ZYPERN sollen alle Schulen am 7. September öffnen. Ob es Sonderregelungen geben wird, ist noch unklar. Wie die griechische Bildungsministerin Niki Kerameos immer wieder sagt, solle später geklärt werden, ob es eine Maskenpflicht oder andere Maßnahmen geben wird.

In RUMÄNIEN will die Regierung erst am 15. August entscheiden, wie es weitergeht. Hier sind die Infektionszahlen noch sehr hoch. Zur Diskussion steht, ob der Unterricht normal stattfindet, ob Schulklassen verkleinert werden oder ob man den Online-Unterricht fortsetzt oder ausweitet. Nicht alle Kinder – vor allem in den ärmeren Schichten auf dem Land – sind technisch dafür gerüstet. Regulärer Schulbeginn wäre am 15. September.

In ESTLAND, LETTLAND und LITAUEN beginnt das Schuljahr traditionell am 1. September. Erklärtes Ziel der Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius ist bislang ein regulärer Schulstart und die Öffnung der Schulen unter zusätzlichen Sicherheitsanforderungen. Dafür werden derzeit verschiedene Optionen diskutiert. Endgültige Entscheidungen stehen noch aus.

In den USA wird heftig darüber gestritten, ob und wie Schulen nach den Sommerferien (üblicherweise Ende August/Anfang September) wieder öffnen sollen. Eigentlich entscheiden die Schulbezirke über solche Dinge, doch auch die Gouverneure der Bundesstaaten können mit Erlassen Einfluss nehmen. Viele Gemeinden fühlen sich wegen einer hohen Anzahl von Corona-Fällen nicht bereit, den vollen Schulbetrieb wieder aufzunehmen. Selbst in New York City, das eine der niedrigsten Infektionsraten im Land hat, verfolgt der Bürgermeister ein Modell, in dem Schüler an nur wenigen Tagen pro Woche physisch anwesend sind. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt darauf gedrängt, alle Schulen wieder zu öffnen.

In RUSSLAND sind noch Millionen Schüler in den Sommerferien. Das neue Schuljahr im flächenmäßig größten Land der Erde beginnt traditionell am 1. September. „Die Kinder werden zur Schule gehen“, sagte Bildungsminister Sergej Krawzow im Staatsfernsehen. Fernunterricht wie im Frühjahr sei nicht geplant. Nach Empfehlung der Behörden soll bei Schülern und Lehrern morgens die Temperatur gemessen werden. Schüler sollten nur in einem Raum zusammen lernen und sich regelmäßig die Hände desinfizieren. Der Sportunterricht sollte je nach Wetter nach draußen verlegt werden. Schulen sollen auch spezielle Luftfilter einsetzen, damit Schüler keine Masken im Unterricht tragen müssen.

In CHINA waren laut Regierungsangaben bis kurz vor den Sommerferien Mitte Juli rund 75 Prozent der Schüler zurück in den Schulen. Über die Wiederöffnung wurde von Region zu Region je nach Stand der Pandemie entschieden. Stellenweise – etwa in Peking – mussten Öffnungen auch wieder rückgängig gemacht werden, weil es neue lokale Ausbrüche gab. Auch die Sonderverwaltungsregion Hongkong nahm die Öffnung der Schulen wieder zurück und schickte Schüler zwei Wochen früher als geplant in die Sommerferien. Über die Planungen im kommenden Schuljahr ist noch nichts bekannt.

JAPAN hatte zwar nie einen Shutdown, hatte die Schulen aber Anfang März zunächst geschlossen und ab Ende Mai schrittweise wieder geöffnet mit reduzierten Stundenzahlen und alternierenden Unterrichtstagen. Eltern wurden gebeten, die Temperatur ihrer Kinder am Morgen zu messen und in einen Bericht zur Gesundheitsverfassung einzutragen, der von den Lehrern bei Ankunft der Kinder überprüft wurde. Andere Maßnahmen sind, dass die Schüler an ihren Pulten zu Mittag essen, dabei nach vorne ausgerichtet sind und beim Essen nicht sprechen. Und natürlich regelmäßiges Händewaschen sowie Tragen von Masken, Schüler wie Lehrer. Weil Japans Schulen wegen der Corona-Krise vorübergehend geschlossen waren, sollen viele Schüler jetzt auf einen Teil der Sommerferien verzichten. Die meisten Schulbehörden planen eine Verkürzung, um den Stoff aufzuholen.

In SÜDKOREA beginnt das neue Schuljahr normalerweise Anfang März. Es gab zwar nie einen flächendeckenden Lockdown, doch der Unterrichtsbeginn wurde wegen Corona mehrmals verschoben. Erst im Mai konnten die ersten Schüler schrittweise wieder in die Klassenzimmer zurück. Masken waren vorgeschrieben. Die Lehrer empfingen sie am Eingang mit Fieberthermometern und Handdesinfektionsmitteln. In einigen Schulen wurden Tische im Klassenraum mit Plexiglasscheiben voneinander getrennt. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, kommen noch immer nicht alle Schüler am selben Tag in die Schule. An manchen Schulen beginnen die Sommerferien wegen Corona erst später und können bis in den September hinein dauern. Zudem ist eine Verkürzung von Ferien geplant, damit verpasste Zeit wieder ausgeglichen wird.

Schüler in MEXIKO sollen im kommenden Schuljahr per Fernsehen und Radio unterrichtet werden. Die Regierung hat eine entsprechende Vereinbarung mit vier privaten Sendergruppen unterschrieben. Für die rund 30 Millionen Schüler des Landes sei es nicht sicher, zu Beginn des neuen Schuljahres ab dem 24. August in die Klassenzimmer zurückzukehren, sagt Bildungsminister Esteban Moctezuma. Das nordamerikanische Land hat weltweit die drittmeisten Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung registriert. Die Schüler sollen durch 4550 Sendungen im Fernsehen und 640 im Radio – auch in 20 indigenen Sprachen – Unterricht für alle Stufen erhalten.

INDIEN gehört zu den Ländern mit den meisten Corona-Fällen. Trotzdem reden einige Bundesstaaten darüber, ihre Schulen in den kommenden Wochen oder Monaten wieder zu öffnen. In Indiens Nachbarland NEPAL sollen die Schulen übernächste Woche (17. August) wieder öffnen dürfen, wenn sie gewisse Sicherheitsstandards erfüllen. Wie diese genau aussehen sollen, ist unklar. Auf dem Inselstaat SRI LANKA, wo die bekannten Fallzahlen relativ klein sind, wurden je nach Klassenstufe der Schüler verschiedene Rückkehrdaten bekanntgegeben. Die ersten werden bereits wieder unterrichtet.

Die Schulen im IRAN wurden kurz nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie Ende Februar geschlossen. Danach gab es Online-Unterricht und Online-Prüfungen. Bis zum 6. September sind Sommerferien. Ob die Kinder danach wieder in die Schule gehen können, ist weiterhin unklar. Angesichts der steigenden Fallzahlen, wird es wohl zunächst wieder Online-Klassen geben.

In THAILAND, das bisher recht glimpflich durch die Pandemie gekommen ist, haben die meisten Schulen am 1. Juli wieder geöffnet, nachdem sie seit Mitte März geschlossen waren. Um die Klassen klein zu halten, wurden die Schüler in vielen Schulen aufgeteilt. Die Schüler wechseln sich zumeist wochenweise zwischen Regelunterricht und Online-Lernen ab. Alle Lehrer und Schüler sind aufgerufen, während des Unterrichts Masken zu tragen. Ähnliche Regeln und abwechselnder Regel- und Online-Unterricht gelten etwa auch in MALAYSIA und SINGAPUR. In dem Stadtstaat wird in den Schulen zudem täglich die Temperatur gemessen und die Kinder gehen zu unterschiedlichen Zeiten in die Pause.

In AUSTRALIEN entscheiden die einzelnen Bundesstaaten und Territorien über die Schulöffnungen. In den meisten Regionen wurde der Regelbetrieb Mitte Mai wiederaufgenommen, nachdem die Schulen zuvor sechs Wochen lang geschlossen waren. Die örtlichen Regierungen entscheiden auch über die genauen Regeln. Vielerorts gibt es in Schulen keine Maskenpflicht. Wegen einer zweiten Corona-Welle in Victoria mit der Millionenmetropole Melbourne mussten die Schüler dort mittlerweile wieder zum Online-Unterricht zurückkehren.

Einen anderen Weg geht NEUSEELAND, wo die Schulen Ende März geschlossen, aber bereits am 29. April wieder für Kinder unter 14 Jahren geöffnet wurden. Am 18. Mai wurden alle Schulen wieder geöffnet. Es gibt keinerlei Beschränkungen: Weder müssen Masken getragen, noch besondere Sicherheitsabstände eingehalten werden. Die Kinder sollen sich lediglich häufig die Hände waschen und diese desinfizieren.

Auf den PHILIPPINEN, hat der umstrittene Präsident Rodrigo Duterte angekündigt, dass die Schulen so lange geschlossen bleiben, bis es einen Impfstoff gibt. Der Politiker ist davon überzeugt, dass dieser im Dezember zur Verfügung steht. Die Schulen würden dann im Januar 2021 wieder öffnen.

Die Regierung von KENIA hat wegen der Corona-Pandemie das gesamte akademische Jahr 2020 gestrichen. So sollen die Schulen erst im Januar 2021 wieder öffnen. Die Sorge ist groß, was das für die Kinder bedeutet. Die Regierung hat zwar TV- und Radio-Programme sowie eine Online-Plattform gestartet, damit die Schüler und Schülerinnen Zuhause lernen können. Doch einer Studie zufolge haben weniger als die Hälfte der Kinder Zugang zu dem TV-Angebot, noch weniger zu Radio oder Internet. Auch können viele Eltern ihren Kindern kaum beim Lernen helfen.

In SÜDAFRIKA wurden die Schulen im März geschlossen. Als die Maßnahmen im Kampf gegen Corona schrittweise gelockert wurden, durften im Juni auch einige Klassen wieder starten. Schulen mussten dabei die Temperaturen der Kinder messen, Kinder und Lehrer mussten stets Maske tragen und 1,5 bis 2 Meter Abstand halten. Wegen der steigenden Corona-Fälle wurden die öffentlichen Schulen Ende Juli aber erneut geschlossen.

Quelle: dpa