Corona-Tod sorgt für Suizid: Vater stirbt nach Infektion – Sohn zerbricht an Schuldgefühlen

Nachdem sich ein 17-Jähriger mit Corona infizierte, verstarb sein vorerkrankter Vater. Die Schuldgefühle trieben den Sohn nun leider in den Suizid.
Anthony Reyes Jr – Suizid nach Corona-Tod des Vaters
Dieses Foto hat Stephanie Reyes, Witwe von Anthony Sr., auf Facebook geteilt. Zu sehen sind Vater und Sohn. Foto: Facebook/Stephanie Reyes
Anthony Reyes Jr – Suizid nach Corona-Tod des Vaters
Dieses Foto hat Stephanie Reyes, Witwe von Anthony Sr., auf Facebook geteilt. Zu sehen sind Vater und Sohn. Foto: Facebook/Stephanie Reyes

Für Familie Reyes aus Los Angeles hat sich das Leben in den vergangenen zwölf Monaten komplett verändert. Mutter Stephanie trauert nun nicht nur um ihren Ehemann, sondern auch um ihren 17 Jahre alten Sohn. Der Tod beider steht im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

In der „Los Angeles Times“ berichtet Stephanie Reyes über die Schicksalsschläge der vergangenen Monate. Durch das erste Jahr der Pandemie war die Familie noch gut gekommen. Dann kam es aber zu einem Corona-Ausbruch bei einer Sportveranstaltung an der Schule des 17-jährigen Anthony Jr. – er träumte davon, in die Fußstapfen seines Vaters als Profi-Ringer zu treten.

Nach dieser Veranstaltung kam dann aber der Schock: Die komplette Familie hatte sich mit Corona infiziert. Offenbar steckte sich der Anthony Jr. bei einem Mitschüler an, er gab das Virus dann weiter. Besonders schwer hatte damit der vorerkrankte Vater zu kämpfen. Er hatte schon lange mit Herzproblemen zu kämpfen. Zudem war die komplette Familie nicht geimpft.

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Vorerkrankter Vater stirbt an Corona

Wenig später wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, dort musste er künstlich beatmet werden. Trotz der Behandlung der Ärzte verlor Anthony Sr. den Kampf gegen Corona am 11. September 2021. Er verstarb und der Verlust zog seine Familie in ein emotionales Loch. Neben Trauer kamen auch Schuldgefühle bei seinem Sohn auf, da sich sein Vater bei ihm infizierte.

Zudem sagt seine Mutter, sie bereue mittlerweile, dass sie ihrem Sohn erlaubte, seinen schwerkranken Vater kurz vor dem Tod noch einmal zu sehen. Sie sehe es nun als großen Fehler an. Denn in den kommenden Monaten hatte Anthony Jr. schwer zu kämpfen. Ihn übermannten die Schuldgefühle. Im Dezember kam es dann zur nächsten Tragödie in der Familie.

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17-Jähriger kommt nicht Schuldgefühlen nicht zurecht

Die Mutter sah mitten in der Nacht, dass ein Licht im Zimmer ihres Sohnes brannte. Sie ging an die Zimmertüre und sprach ihren Sohn an: „Ich habe an seiner Tür geklopft und fragte ihn, was er machen würde – immerhin war es vier Uhr nachts.“ Als es keine Reaktion gab, betrat die Mutter den Raum und sah, dass sich der 17-Jährige das Leben genommen hatte.

Am 22. Januar wurde Anthony Jr. beerdigt. Mutter Stephanie und ihre beiden Töchter mussten in den vergangenen Monaten zwei schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Die Witwe sagt, sie hat den Weg an die Öffentlichkeit gesucht, um darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, dass gerade jungen Menschen mit einer solchen psychischen Bürde geholfen werde.

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Sie hatte versucht, an professionelle Hilfe für ihren Sohn im Zeitraum zwischen dem Tod des Vaters und des Suizids zu gelangen. Allerdings waren alle Therapeuten, die sie angefragt hatte, bereits ausgebucht. Nach dem Tod seines Vater kehrte Anthony Jr. nicht mehr zu dem Sport zurück, den er vorher so liebte. Er sagte, ohne seinen Vater könne er nicht weitermachen. Nun muss die Familie ohne beide auskommen.

Habt ihr suizidale Gedanken oder habt ihr diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter www.telefonseelsorge.de.