Corona-Skandal in Brasilien: Patienten als Versuchskaninchen

In Brasilien hat ein ehemaliger Patient einen Skandal um eine Krankenhausfirma aufgedeckt. Dort sollen wahllos Medikamente verteilt worden sein, in der Hoffnung, ein wirksames Mittel gegen das Coronavirus zu finden. Viele der Patienten sind inzwischen verstorben.
Coronavirus Booster-Impfung
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

In Brasilien gibt es einen handfesten Skandal um eine Krankenhausfirma. Diese soll Patienten einen Medikamentencocktail verbreicht haben, in der Hoffnung, auf ein passendes Medikament gegen Covid-19 zu stoßen. Inzwischen aber sind viele der Patienten tot. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“ (MOPO).

So soll die Firma Prevent Senior, die zehn Krankenhäuser in Brasilien unterhält, unter anderem mit Medikamenten experimentiert und Studien gefälscht haben. Dabei seien auch Medikamente verabreicht worden, die niemals eine Genehmigung der nationalen Ethikkommission bekamen und deren Wirksamkeit gegen das Coronavirus bereits widerlegt war. Auch der „Spiegel“ berichtete bereits über den Fall.

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Doch die Vorwürfe gehen laut Morgenpost noch weiter. So sollen die Patienten Medikamente gegen Läuse, Würmer und Malaria bekommen haben. Wer diesen Cocktail nicht vertragen habe, sei mehr oder weniger sich selbst überlassen worden und Apparate wurden frühzeitig abgestellt, heißt es weiter.

Unzureichender Medikamentencocktail

Ein ehemaliger Patient hat die Machenschaften der Firma aufgedeckt und öffentlich erklärt, wie dort verfahren wurde. So sollen die Patienten einen Sack verschiedenster Medikamente nach Hause geschickt bekommen haben, so wie er auch, nach dessen Einnahme sich sein Zustand massiv verschlechtert habe. Im Krankenhaus habe er dann noch ein Mittel gegen Prostatakrebs bekommen.

Nachdem die Tochter des Patienten benachrichtigt wurde und alles darauf hinauslaufen sollte, die Apparate auch bei ihrem Vater abzustellen, zog die Familie des Patienten schließlich einen eigenen Arzt des Vertrauens zu Rate. Dieser überwachte fortan alles und es ging dem 65-Jährigen alsbald besser, dass er auch entlassen werden konnte.

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Nun wollen er und weitere Angehörige anderer Opfer gegen Prevent Senior vorgehen. Es ist zudem nicht das erste Mal, dass die Firma in Brasilien Gegenstand eines Skandals ist. Schon zuvor war Prevent Senior im Visier des brasilianischen Senats, insgesamt sind 78 Männer und Frauen sowie zwei Firmen angeklagt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch elf Manager und Ärzte der Firma Prevent Senior sind unter den Angeklagten.

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