„Überwältigende Wirksamkeit“: EMA lässt Corona-Pille von Pfizer zu

Medizinische Angestellte sprechen bereits von einem möglichen Wendepunkt in der Pandemie: Die Covid-Pille von Pfizer soll bei erwachsenen Patienten schwere Krankheitsverläufe nach einer Corona-Infektion verhindern. Laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wurden bereits eine Million Packungen geordert.
Paxlovid Corona Pille
Die Covid-Pille von Pfizer soll schwere Krankheitsverläufe nach einer Corona-Infektion verhindern. Foto: Uncredited / Pfizer / dpa
Paxlovid Corona Pille
Die Covid-Pille von Pfizer soll schwere Krankheitsverläufe nach einer Corona-Infektion verhindern. Foto: Uncredited / Pfizer / dpa

Lange schon wurde nach einer Arznei speziell gegen Covid-19 geforscht. Ein Mittel, welches in letzter Zeit oft genannt wurde, war Paxlovid. Nun kann es auch in der EU erworben werden.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Medikaments Paxlovid gegen Covid-19. Das Mittel des US-Herstellers Pfizer könne bei Patienten eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion verhindern, teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit.

Wichtig zu betonen ist der „nach einer Corona-Infektion“-Teil der Meldung: Paxlovid ist kein Ersatz für eine Impfung. Nach der Zulassung ist es zumindest das erste Medikament gegen Covid, das oral eingenommen werden kann. Dabei gilt die Pille als sehr effektiv. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

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Paxlovid soll das Risiko einer Krankenhauseinweisung um 89 Prozent senken

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wurden bereits eine Million Packungen Paxlovid geordert. „Das Mittel eignet sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten.“ Nach Angaben von Pfizer soll das Mittel das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senken.

Patienten nehmen nach Angaben des Herstellers fünf Tage lange zwei Mal täglich jeweils drei Tabletten ein. Der Wirkstoff Nirmatrelvir soll ein Sars-CoV-2-Protein hemmen und dadurch die Vermehrung des Virus stoppen. Zu möglichen Nebenwirkungen gehören eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen. Das Mittel könnte aber die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen, warnt die EMA.

Pfizer: „Überwältigende Wirksamkeit“ bei Paxlovid

Die Experten der EMA hatten bereits seit Längerem Daten aus Studien des Herstellers geprüft und Vorzüge und Risiken bewertet. Und die Behörde hatte auch bereits den EU-Mitgliedstaaten grünes Licht für eine nationale Notfallzulassung gegeben.

Der US-Hersteller spricht von einer „überwältigenden Wirksamkeit“. Das Medikament könne das Virus an einer „verwundbaren Stelle“ treffen, sagte Daniel Kalanovic, Medizinischer Direktor bei Pfizer in Deutschland. „Der Wirkstoff blockiert eines der wichtigsten Enzyme, die das Coronavirus braucht, um sich zu vermehren.“ Er hoffe, dass damit auch der „Wendepunkt in der Pandemie“ erreicht werden könne. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, begrüßte die Empfehlung der EMA. Dieses Medikament könne „einen wirklichen Beitrag zur Linderung der Folgen von Covid“ leisten.

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dpa