Corona-Maßnahmen in den Niederlanden gelockert – trotzdem sind viele sauer

In den Niederlanden sind die Corona-Maßnahmen künftig nicht mehr so streng. Dennoch ist die Wut in Teilen der Bevölkerung enorm!
Kerkrade Niederlande
Die Innenstädte in den Niederlanden waren auch schon einmal voller. Foto: Marcel Kusch/dpa

Der Corona-Lockdown in den Niederlanden wird gelockert. Nicht lebenswichtige Geschäfte, Universitäten, Sportclubs und sogenannte Kontaktdienstleister wie Frisörsalons dürfen erstmals seit knapp einem Monat wieder öffnen, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Die Öffnungszeit wurde jedoch begrenzt. Bars, Restaurants, Museen und Theater sollen dagegen ganz geschlossen bleiben.

Die Regierung hatte den Lockdown am 18. Dezember verhängt, um angesichts der heranbrausenden Omikronwelle den Druck auf überlastete Krankenhäuser zu mindern und möglichst viele Impfauffrischungen zu verabreichen. Während die Neuinfektionen mit durchschnittlich gut 31.000 in der vergangenen Woche dennoch Rekordniveau erreichten, sind die Einweisungen Infizierter in Krankenhäuser und auf Intensivstationen seit Wochen rückläufig. Gesundheitsminister Ernst Kuipers warnte vor noch höheren Zahlen. Es könnten Tage mit 80.000 Neuinfektionen kommen, sagte er und rief die Menschen auf, Masken zu tragen und Abstand zu wahren.

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Das Gaststättengewerbe lief indessen Sturm dagegen, dass es von den Lockerungen ausgenommen wird. „Das Kabinett kann die Gastronomie (& Kultur) nicht als Einzige allein lassen“, twitterte der Generaldirektor des nationalen Branchenverbandes, Dirk Beljaarts. Ministerpräsident Mark Rutte räumte mit Blick auf die Branche ein: „Ich verstehe sehr gut, dass sich das absolut unfair anfühlt.“ Schließlich hätten sich viele in den langen Monaten der Schließung darauf vorbereitet, sicher öffnen zu können.

Besonders groß war die Frustration in Valkenburg nahe der deutschen und belgischen Grenze, hinter der wesentlich weniger Einschränkungen gelten. Um ihrem Ärger Luft zu machen, öffneten hier am Freitagmorgen Geschäfte, Bars und Gaststätten. Einwohner aßen und tranken auf der Hauptstraße im Freien. „Die ersten paar Lockdowns waren logisch, denen habe ich zugestimmt, aber es fühlt sich nicht mehr fair an“, sagte Didi Corten, der die Außenterrasse seiner „Brasserie America“ geöffnet hatte.

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dpa