Corona: Macht dieser Anhänger Schulen und Krankenhäuser sicherer?

Dieser Anhänger soll in erster Linie Corona-Ausbrüche verhindern – bringt er die nötige Sicherheit etwa in Krankenhäusern und Schulen?
So sehen die Luftfilter-Anhänger aus. Foto: Screenshot YouTube
So sehen die Luftfilter-Anhänger aus. Foto: Screenshot YouTube

Wie hoch ist das Risiko, dass ich mich mit Corona infiziert habe? Nach rund zwei Jahren Pandemie ist das immer noch eine zentrale Frage für jedermann. Apps und Listen zur Kontaktnachverfolgung zählen nur zu einigen bekannten Versuchen, darüber Auskunft zu geben. Kommt nun in Form eines Anhängers eine effektivere Alternative?

Die Wissenschaftler arbeiten seit zwei Jahren mit Hochdruck daran, Erkenntnisse zum Covid-19 zu schaffen und der Bevölkerung Instrumente zur Hand zu geben, um mit dem Coronavirus umzugehen. Die Forscher von der Universität Yale haben dabei nun etwas entwickelt, das erst nach Modeschmuck aussieht. Es könnte aber im Kampf gegen die Pandemie noch wichtig werden.

Dieser Anhänger ist eigentlich ein Luft-Messgerät. Über Messgeräte wurde in den vergangenen Jahren besonders im Kontext von Schulen häufig gesprochen. Da waren die hauptsächlichen Fragen: Konnte das Virus in der Luft nachgewiesen werden? Und: Gab es die Gefahr für die Kinder, sich mit Covid infiziert zu haben?

Anhänger erkennt Coronavirus in der Luft

Auf diese Fragen soll nach Angaben der Entwickler dieser Anhänger Antworten geben können. Denn in diesem kleinen Anhänger wird die Luftkonzentration gemessen. Bereits bei einer niedrigen Viruskonzentration soll der Anhänger das Coronavirus erkennen und dann im Labor anschlagen. Das mobile Messgerät kann man einfach an Kleidungsstücke befestigen. Ist der Anhänger etwa am Kragen des Oberteils angebracht, wird er derselben Luftkonzentration ausgesetzt wie unsere Atemwege.

Gerade in Schulen und Krankenhäusern treffen viele Menschen aufeinander, das Infektionsrisiko ist grundsätzlich höher als anderorts. Ob das Virus dort grassiert, kann auch durch den Anhänger ermittelt werden. So könnten etwa Ausbrüche frühzeitig erkannt und auf sie reagiert werden – gerade wenn keine konsequente Testung möglich ist bzw. sie schlichtweg nicht durchgeführt wird.

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Das ist gerade für die Virus-Übertragung durch Aerosole wichtig. In einem ersten Test wurde der Anhänger 52 Teilnehmern ausgehändigt. Sie haben ihn jeweils über fünf Tage am Oberteil getragen. Bei fünf Teilnehmern wurde daraufhin nachgewiesen, dass der Anhänger mit dem Virus in Kontakt gekommen ist. So konnte ein erhöhtes Infektionsrisiko festgestellt werden.

Hilft der Anhänger bald Lehrern und Ärzten?

Laut der Forscher ist so ein Modell gerade für Personen interessant, die täglich in Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen stehen und sich vergewissern wollen, ob es ein Corona-Risiko gibt. Das trifft etwa auf medizinisches Personal, Lehrer und Mitarbeiter in der Gastronomie zu.

Der Anhänger soll und kann Corona-Tests dennoch nicht ersetzen. Nachweisen, ob sich eine Person mit Corona infiziert hat, kann er nicht. Allerdings erfährt der Träger, ob er einem nachgewiesenen Infektionsrisiko ausgesetzt war. Er könnte quasi parallel zu Pool-Tests eingesetzt werden. Gibt es bei einem Träger ein erhöhtes Risiko, kann dann zur genauen Erfassung einer Infektion getestet werden. Besteht aber ohnehin kein Risiko unter den Trägern, kann auf den zusätzlichen Check durch Tests womöglich verzichtet werden.

Wird ein erhöhtes Risiko angezeigt, kann sich der Träger zudem isolieren und weiß – ähnlich wie bei einer Meldung in der Corona-WarnApp –, dass ein Test besonders angebracht wäre. Wurde das Virus nicht durch den Anhänger erkannt, spricht das für ein geringeres Infektionsrisiko.

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Die Entwickler aus Yale hoffen, die Anhänger schon bald auf den Markt bringen zu können. Die Auswertung der Anhänger geschieht übrigens durch eine PCR-Analyse. Das Gefahren wird bereits für das Feststellen von Infektionen bei Corona-Tests verwendet. Wie „W&V“ berichtet, ist die PCR-Auswertung nun bereits in 16 Minuten möglich. Diese Zeitersparnis sei in Zusammenarbeit mit Forschern der Uni Bielefeld möglich gemacht worden. Das entspricht etwa der Zeit, die auch die Auswertung eines Antigen-Schnelltests benötigt.

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