Die Corona-Regeln, die vielerorts das soziale Leben einschränken, sind noch immer nicht leicht zu akzeptieren. Man sollte jedoch immer das große Ganze im Blick behalten und daran denken, dass es für die Gesundheit aller besser ist, diese zu befolgen. Und schließlich haben sich intelligente Menschen über Sinn und Unsinn solcher Restriktionen einen Kopf gemacht und sie entsprechend veranlasst. Oder?

Ein Fall aus Großbritannien zeigt nun, dass das nicht uneingeschränkt der Fall ist. Seine mit Sicherheit vorhandene Intelligenz und Expertise wollen wir Professor Neil Ferguson keineswegs absprechen. Doch was ist es für ein Zeichen für die britische Gesellschaft, wenn ein wichtiger Berater des Premierministers Boris Johnson die Regeln bricht, die er wegen des Coronavirus eigens mit aufgestellt hat?

Ja, diese Geschichte ist tatsächlich wahr. Wie „The Sun“ berichtet, verstieß der 51-Jährige mindestens zweimal gegen die Ausgangsbeschränkungen, indem er die 13 Jahre jüngere Deutsche Antonia Staats zu sich nach Hause einlud. „Ich habe in der Überzeugung gehandelt, dass ich immun bin, nachdem ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde und mich nach der Entwicklung von Symptomen fast zwei Wochen lang in Isolation befand“, erklärte Ferguson der britischen Tageszeitung.

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„Ich bedaure zutiefst, dass die klaren Botschaften über die anhaltende Notwendigkeit des Social Distancing zur Bekämpfung dieser verheerenden Epidemie durch mein Verhalten untergraben wurden“, führte er weiter aus. Die Anweisungen der Regierungen seien unmissverständlich und zum Schutze aller da.

Derweil hat ein Regierungssprecher dem Blatt bestätigt, dass Ferguson von seiner Rolle als Berater zurückgetreten ist. Einen ähnlichen Fall hatte es vor kurzem auch in Schottland gegeben:

Peinlich! Regierungsexpertin missachtet Ausgangsbeschränkungen und wird erwischt

Ob und wenn ja, welche rechtlichen Konsequenzen Ferguson und Staats drohen, ist nicht überliefert. Auf privater Ebene drohen Ferguson zumindest keine. Anders sieht es bei Staats aus: Die in Baden-Württemberg geborene und seit 2003 in London lebende Frau lebt mit ihrem Mann zwar in einer offenen Beziehung, doch ob dieser während einer Pandemie begeistert davon ist, dass seine Gattin Kontakt zu anderen Männern hat, darf getrost bezweifelt werden.