Niclas Füllkrug Werder Bremen
Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Erst am Montag hat der Prozess gegen Clan-Chef Arafat A.-Ch. in Berlin begonnen. Und obwohl noch nicht allzu viel passiert ist, tun sich schon Nebenschauplätze auf. Am Dienstag im Mittelpunkt: Niclas Füllkrug, der bei Werder Bremen unter Vertrag steht. Aber was hat ein Fußballprofi mit dem mächtigsten Clan Berlins zu tun?

Als Niclas Füllkrug am Dienstagmorgen aufwachte, konnte er wohl kaum ahnen, was für ein gebrauchter Tag ihn erwarten würde. Am Abend nämlich geriet er im Trainingslager des SV Werder Bremen in Zell am Ziller zunächst heftig mit Cheftrainer Florian Kohfeldt aneinander. „Wenn du keine Lust hast, dann geh‘ runter“, soll dieser seinem Schützling laut „Deichstube“ zugerufen haben. Füllkrug zog daraufhin das Leibchen aus und verließ den Platz.

Doch es kam noch dicker für den 27-Jährigen: Wenig später nämlich wurde er in ein noch schlechteres Licht gerückt. „Tatort“ war diesmal allerdings nicht das Werder-Trainingslager, sondern Berlin, wo gerade der Prozess gegen Arafat A.-Ch. sowie seine Brüder Nasser, Yasser und Rommel über die Bühne geht. Es geht um mehrere Millionen Euro Abfindung, schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und schwere Körperverletzung.

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Wie Niclas Füllkrug da reinpasst? Vom Gefühl her gar nicht. Das Problem: Das Auto, mit dem Rommel A.-Ch. den Weg zum Gericht antrat, ist dem Stürmer zuzuordnen – bei dem weißen Mercedes-Benz S 36 AMG handelt es sich um seinen Leasing-Wagen. Zwar parkte A.-Ch. den 450 PS starken Boliden zwei Querstraßen weiter, Fotograf Olaf Wagner jedoch war aufmerksam genug, schoss ein Foto und stellte es „Bild“ zur Verfügung:

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Auf Nachfrage des Blattes soll sich Füllkrug verwundert darüber gezeigt haben, dass Rommel A.-Ch. seinen Wagen gefahren hatte. Er habe erst durch den Artikel davon erfahren. Bremens Pressesprecher Christoph Pieper erklärte: „Der junge Spieler hat das Auto einem guten Bekannten gegeben, der das Leasing-Fahrzeug zurückgeben sollte.“ Und Füllkrugs Spielerberater Gunther Neuhaus ergänzte: „Er hat seinem Bekannten vertraut, wird ein ernstes Gespräch mit ihm führen.“

Ist dieser Bekannte etwa Rommel A.-Ch., dem vorgeworfen wird, 180.000 Euro von einem Firmenkonto, das Arafat und Bushido gehörte, abgehoben und seinem Bruder ohne das Wissen des Rappers ausgehändigt zu haben? Zweifelsfrei sagen können wir das nicht, in Verbindung mit dem Clan wird Füllkrug jetzt aber in der Öffentlichkeit definitiv gebracht. Alles in allem ein gebrauchter Tag für den Bremer Profi.

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