Britischer Rentner (72) zieht für die Ukraine in den Krieg – Familie denkt, er ist auf Geschäftsreise

Er ist 72. Er ist Brite und er verteidigt die Ukraine im Krieg gegen Russland. Wir stellen euch Ian Cunningham, den ältesten internationalen Soldaten im Ukraine-Krieg, vor.
Ukraine-Krieg Panzer
Ukraine-Krieg: Ein Panzer mit ukrainischer Flagge zieht durch die Stadt Irpin. Foto: Adrien Vautier/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa
Ukraine-Krieg Panzer
Ukraine-Krieg: Ein Panzer mit ukrainischer Flagge zieht durch die Stadt Irpin. Foto: Adrien Vautier/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

Ein Soldat zieht in den Krieg – das ist leider in Zeiten der russischen Invasion in der Ukraine nichts Überraschendes. Doch wenn dieser Soldat 72 Jahre alt, eigentlich schon längst Rentner und darüber hinaus noch Brite ist – dann verwundert das doch. Ian Cunningham zieht für die Ukraine in den Krieg. Davon weiß seine Familie aber nichts.

Oberst Cunningham meldet sich zum Dienst! Das hieß es bereits vor einigen Jahrzehnten, als Ian Cunningham dem ältesten Regiment der britischen Armee, Coldstream Guards, in Belfast diente. Mittlerweile ist Cunningham eigentlich längst im Rentenalter. Mit inzwischen 72 Jahren steht er zwar noch an der Spitze des von ihm aufgebauten Unternehmens. Allerdings hätten sich die meisten Menschen in seinem Alter schon längst auf die faule Haut gelegt – und das nicht zu Unrecht.

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Bei Cunningham sieht das anders aus. Wie er dem „Spectator“ berichtete, ist Cunningham von seinem Lebensmittelpunkt im Süden Frankreichs in die Ukraine gereist. Dort zieht er in den Krieg und will den Ukrainern bei der russischen Invasion helfen. Damit ist er offenbar der älteste internationale Soldat, der die Ukraine verteidigen will.

 

72-Jähriger kommt über Polen an die ukrainische Front

Cunningham ist für seine Mission aus Frankreich nach Polen geflogen, dann mit dem Taxi über die ukrainische Grenze und hat sich dort zum Dienst gemeldet. Er zählt zu den ersten britischen Soldaten, die zur Unterstützung in der Ukraine eingetroffen sind. Aktuell geht er davon aus, dass er seine Armee-Erfahrung einbringen soll, um die Verteidigung der Ukraine administrativ zu begleiten.

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Ganz sicher, was ihn erwartet, ist er aber noch nicht: „Das Ganze könnte hier in zwei Tagen zu Ende sein, ich könnte aber auch zwei Jahre hier sein. Wer weiß das schon?“ Cunningham zeigte sich bei der Ankunft beeindruckt vom ukrainischen Militär: „Sie haben sehr gute militärische Erfahrung“.

Eine Freundschaft hat Cunningham im Kriegsgebiet direkt geschlossen – mit dem zweitältesten internationalen Soldaten, einem Polen. Allerdings seien neun von zehn Mitglieder der internationalen Brigade in ihren Zwanzigern. So alt war Cunningham, nur zur Erinnerung, in den 1970er-Jahren. Kurios: Als Cunningham in der Ukraine antrat, wusste seine Familie gar nichts davon. Ihr hatte er erzählt, er sei auf einer Geschäftsreise. Mittlerweile dürften sie aber – spätestens durch die Berichterstattung – erfahren haben, wohin es den 72-Jährigen wirklich verschlagen hat.