Ugur Sahin Biontech
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Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin hat sich noch nicht mit dem von seinem Unternehmen entwickelten Corona-Impfstoff impfen lassen. „Wir haben ja noch keine Zulassung für Deutschland. Aber sobald sie da ist, würde ich das natürlich gerne machen“, sagte er am  Dienstag in einem Interview von RTL/ntv. Für seine Mitarbeiter und ihn gälten aber keine Ausnahmen.

„Auch wir halten uns an die Vorgaben, für welche Personengruppen der Impfstoff zuerst vorgesehen ist, da machen wir bei uns selbst keine Ausnahme. Falls wir eine Möglichkeit haben, Mitarbeiter zu impfen, weil sie eine systemrelevante Arbeit leisten, dann würden wir das natürlich sehr schnell und sehr gerne machen“, sagte Sahin.

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In Großbritannien ist am Dienstag mit Corona-Impfungen begonnen worden, die britischen Behörden hatten für den Impfstoff von Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung erteilt. Für die EU und die USA steht eine solche Zulassung noch aus.

Sahin sagte, er gehe davon aus, dass das Unternehmen bis spätestens zum 30. Dezember Rückmeldung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zu einer Impfstoff-Zulassung erhalte. Im Fall einer Zulassung könne es dann ganz schnell gehen: „Wir produzieren jetzt schon und haben Impfstoffe vorliegen. Im Grunde könnten wir direkt einen Tag später anfangen, auszuliefern.“

US-Arzneimittelbehörde: Impfstoff von Biontech sehr wirksam

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer derweil eine hohe Schutzwirkung attestiert. Am Dienstag veröffentlichte die FDA eine Analyse des Impfstoffs, die einen ersten detaillierten Einblick in die zugrundeliegenden Studienergebnisse bietet.

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Schon rund zehn Tage nach der ersten Dosis des Impfstoffes liege ein starker Schutz gegen die Krankheit Covid-19 vor, geht aus Dokumenten hervor, die die FDA am Dienstag veröffentlichte. Größere Sicherheitsbedenken gebe es keine. „So sieht ein Zeugnis voll mit der Note 1+ für einen Impfstoff aus“, kommentierte Akiko Iwasaki, Immunologe an der Yale-Universität, gegenüber der „New York Times“.

Am Donnerstag wird ein unabhängiges Expertengremium die Daten in Augenschein nehmen und dann abstimmen, ob sie den Einsatz des Impfstoffs empfiehlt. Diese Abstimmung ist nicht bindend, die FDA folgt üblicherweise aber der Empfehlung. Ob der Impfstoff in den USA angewendet werden darf, wird vermutlich in den Tagen darauf entschieden.

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Pfizer und sein deutscher Partner Biontech erklärten jüngst, die Impfdosen hätten nach bisherigen Studienergebnissen eine Wirksamkeit von 95 Prozent. Wie lange der etwaige Impfschutz anhält, ist noch unbekannt. Die 44.000 Menschen umfassende Studie der Pharmakonzerne ist noch nicht abgeschlossen. Der Impfstoff käme vorerst lediglich über eine Notfallzulassung auf den Markt.

Quelle: dpa