„Besucher mit russischem Pass unerwünscht“: Restaurant unter Polizeischutz

Solidarität mit Ukraine zeigen, ist sicherlich alles andere als verwerflich. Doch ein Restaurant aus Bietigheim ist übers Ziel hinausgeschossen. Russische Gäste seien dort nicht mehr länger willkommen.
Polizeibus
Ein blau-weißer Polizeibus. Foto: Shutterstock.com / Birgit Reitz-Hofmann
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Ein blau-weißer Polizeibus. Foto: Shutterstock.com / Birgit Reitz-Hofmann

Der Krieg in der Ukraine lässt die Menschen weltweit nicht kalt. Doch die eine oder andere Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine ist nicht so recht durchdacht, wie ein Beispiel eines Restaurants aus Bietigheim zeigt.

Ein Restaurant im baden-württembergischen Bietigheim hat mit einem Statement für Empörung gesorgt, demzufolge dort wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine Gäste mit russischem Pass nicht willkommen seien. Als Reaktion auf Aufrufe in sozialen Netzwerken zum Protest gegen das Lokal werde die Örtlichkeit bis auf Weiteres überwacht, sagte am Montag ein Sprecher der Polizei.

Man wolle so sicherstellen, dass es zu keinen Straftaten komme. Bereits am Sonntag sei man bis zur Schließung des Lokals vor Ort gewesen. Zuerst hatten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ berichtet. Das Lokal war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Russische Gäste unerwünscht – Restaurantbetreiber entschuldigt sich

Dem Bericht zufolge hatte das Restaurant ursprünglich geschrieben: „Besucher mit russischem Pass sind bei uns im Haus unerwünscht.“ Daraufhin hatten sich viele Nutzer auf Facebook und Twitter empört geäußert. Der Eintrag ist inzwischen verschwunden.

„Es gibt sicher andere und bessere Möglichkeiten, seine Empörung über den russischen Angriffskrieg beziehungsweise seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen“, sagte dazu ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Baden-Württemberg. Der Ausschluss von Gästen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft sei im Übrigen auch rechtlich nicht zulässig.

Der Betreiber des Lokals schrieb in einer Reaktion auf Facebook und der Homepage später, es sei ein Fehler gewesen, die Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Überfalls auf die Ukraine an der Nationalität festzumachen: „Allerdings rechtfertigt das nicht, meine Familie und Mitarbeiter zu bedrohen.“

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dpa