Brüssel Ausschreitungen Polizeiauto
Foto: Olivier Gouallec/BELGA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Tod eines 19-Jährigen bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei hat in Belgien trotz Corona-Ausgangsbeschränkungen Unruhen ausgelöst. Die Polizei nahm bei den Vorfällen in der Gemeinde Anderlecht in der Region Brüssel-Hauptstadt übers Wochenende rund 100 Menschen fest.

Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Am Samstagabend waren es noch 43 Festnahmen gewesen. In der Nacht habe es jedoch weitere Ansammlungen gegeben, Autos seien in Brand gesteckt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

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Der 19-Jährige war am Freitagabend mit einem Motorroller vor einer Polizeistreife geflohen und schließlich mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen. Dabei kam er ums Leben.

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Trotz Versammlungsverbots kamen im Laufe des Samstags an mehreren Orten in Anderlecht aufgebrachte Menschen zusammen. Als die Polizei versuchte, die Ansammlungen aufzulösen, eskalierte die Situation laut Belga.

Die Beamten seien zum Teil mit Steinen beworfen worden. Der Sender RTBF schrieb von „extremen Spannungen“. Auf Videos sei zu sehen, wie ein Mann mit einer Waffe, die er möglicherweise von einem Polizisten gestohlen habe, in die Luft schießt. Am Samstagabend war die Situation laut Polizei wieder unter Kontrolle.

In der Nacht zu Sonntag kam es jedoch zu weiteren Ansammlungen, Autos wurden in Brand gesteckt. Bis zum Sonntagmorgen wurden der Polizei zufolge 65 Personen festgenommen. Am Sonntag seien dann rund 30 hinzugekommen. Es habe zwar keine schwere Gewalt mehr gegeben, aber die Polizei sei bereits bei kleinen Menschenansammlungen eingeschritten, berichtete Belga.

Erstmals seit Tagen ist die Zahl der Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Belgien nur leicht gestiegen. Am Freitag starben nach Angaben des Krisencenters 327 Personen – das waren zwei mehr als am Vortag, wie Epidemiologe Emmanuel André am Samstag mitteilte. 219 von ihnen seien im Altenheim gestorben. 421 Corona-Patienten seien am Freitag in belgische Krankenhäuser eingeliefert worden, 418 hätten die Krankenhäuser verlassen können. Insgesamt sind in dem Land mit gut elf Millionen Einwohnern bisher 3346 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus und COVID-19 gestorben.

Quelle: dpa