Foto: dpa/Barry Sweet
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Einst war Jan Rouven ein Star mit einer eigenen Show in Las Vegas. Nach einem Prozess um Kinderpornografie muss er nun für viele Jahre ins Gefängnis.

Der Magier Jan Rouven ist in einem Prozess um Kinderpornografie in Las Vegas zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der 41-jährige Deutsche erstarrte und fiel rückwärts von seinem Stuhl, als Richterin Gloria Navarro ihm am Donnerstag (Ortszeit) sagte, er könnte 60 Jahre alt sein, bevor er aus der Haft entlassen und dass er voraussichtlich anschließend abgeschoben werde.

Das Urteil erging wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie. Außer der Haft wurde Rouven, eigentlich Jan Rouven Füchtener, noch zu 500.000 Dollar Strafe verurteilt. Rouven hatte im November 2016 auf schuldig plädiert, verbrachte anschließend aber Jahre damit, die Aussage rückgängig zu machen. Das FBI hatte entsprechende, passwortgeschützte Dateien auf neun Computern gefunden, in einem Haus, das auch das „Fun House“ (Spaßhaus) genannt wird.

Eine Entschuldigung Rouvens lehnte die Richterin ab – ebenso wie seinen Versuch, sich mit dem Argument zu rechtfertigen, er habe keine Befriedigung durch die Tausenden Videos und Bilder erlangt. Rouven hatte die Sammlung auf Langeweile, häufige Einnahme von Methamphetaminen und Menschen in seinem Umfeld geschoben. Er hatte sechs Shows pro Woche im Tropicana in Las Vegas, während sein Mann um die Welt reiste.

Die Richterin nannte Rouven einen schamlosen Lügner und Manipulator, der das Gerichtsverfahren in die Länge zog „wie eine Seifenoper“, und nur bereute, erwischt worden zu sein. Sie ordnete an, er müsse weitere 70.000 Dollar als Entschädigung an identifizierte Opfer in den Videos zahlen. „Das ist nicht akzeptabel, hier, in Deutschland oder sonst wo“, sagte Navarro. Zu sehen seien in den Videos „nicht nur Kinder beim Sex, sondern sadistische, gewalttätige Taten“.

Das Haus von Rouven wurde 2016 verkauft. Er zahlte Geld in ein Treuhandkonto für Strafen und Wiedergutmachungen. Seine Anwälte sagten, es sei nicht klar, ob er bei der Urteilsverkündung kurzzeitig ohnmächtig geworden sei.

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(dpa)