Aktuell sind Nachrichten gefragter denn je. In Zeiten der Corona-Pandemie sitzen mehr Menschen denn je vor ihren Fernsehern, wenn die großen Sender über das Virus und seine Folgen berichten.

Das Nachrichtenprogramm des TV-Senders „RTL“ heißt „RTL Aktuell“. Täglich ab 18.45 Uhr werden die Zuschauer mit den neuesten Nachrichten aus aller Welt versorgt. Übrigens: Den Sport moderiert seit März ganz frisch Jana Azizi.

Dieser liegt momentan aber so gut wie brach, allzu viel zu berichten gibt es nicht. Das vorherrschende Thema ist definitiv das Coronavirus. Als Peter Kloeppel im Zuge der Berichterstattung am Mittwoch live nach Berlin schalten will, ahnt er noch nicht, welches Bild sich ihm und Millionen von Zuschauern gleich bieten wird.

Denn als Korrespondent Lothar Keller, der sich vor dem Kanzleramt positioniert hat, ins Bild tritt, gerät das Thema „Corona“ ganz schnell in den Hintergrund. Verantwortlich dafür sind zwei junge Männer, die sich kurzerhand hinter Keller ins Bild schleichen:

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So weit, so gut. Wäre ja nicht das erste Mal, dass sich jemand während einer Live-Schalte ins Bild schleicht. Nun ja, diese zwei Herren hier schleichen sich aber nicht einfach ins Bild oder grölen schamlos in die Kamera. Sie nutzen die Aufmerksamkeit viel mehr, um etwas Großartiges daraus zu machen.

Mit zwei Bier bewaffnet stellen sie sich genau im Blickfeld der Kamera auf, platzieren diese vor sich und einen Gegenstand in die Mitte, auf den sie mit einem weiteren – vermutlich einem Schuh – werfen. Wer trifft, darf von seinem Bier trinken, während der andere den Gegenstand in der Mitte wieder aufstellt. „Flunkyball“ nennt sich das Ganze und gehört zu den beliebtesten Trinkspielen. Gewonnen hat der, dessen Bier zuerst leer ist.

Während die Zuschauer vor den Fernsehern sich bestens unterhalten gefühlt haben dürften, ließ sich Korrespondent Keller von dem munteren Treiben übrigens absolut nicht beeindrucken. In aller Seelenruhe zeigte er auf, welche Folgen die Corona-Krise für die deutsche Wirtschaft hat. Die beiden Flunkyball-Spieler zumindest geben offenbar alles dafür, dass die Brauereien nicht zugrunde gehen. Der Fall einer 93-Jährigen könnte den beiden sicher auch gut gefallen:

Brauerei schenkt 93-Jähriger in Quarantäne nach Hilferuf 150 Dosen Bier

Wer das Livematch vor dem Kanzleramt letztendlich für sich entscheiden konnte, blieb leider offen. So oder so haben die Kontrahenten unserer Meinung nach aber für einen großen Moment in der deutschen TV-Geschichte gesorgt – und wahrscheinlich vielen Menschen für einen kurzen Moment ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Definitiv nicht verkehrt in dieser schwierigen Zeit.