Foto: dpa
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Weil er seine Schwester kopfüber vom Balkon gestoßen hat, ist ein 26-Jähriger vom Landgericht Schwerin zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Die Richter sahen es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Angeklagte Anfang Februar seine Schwester während eines Streits kopfüber vom Balkon ihrer Wohnung in Schwerin fallen ließ. Das Gericht verurteilte den jungen Syrer wegen versuchten Totschlags. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung beantragte Freispruch und kündigte an, Revision gegen das Urteil zu beantragen.

Die 25-jährige Schwester überlebte den Sturz aus rund sieben Metern Höhe schwer verletzt. Während des Prozesses verweigerte sie die Aussage. Nach Überzeugung der Richter war es in der Wohnung von Mutter und den drei Schwestern zum Streit mit dem Bruder gekommen. Danach hatten die Frauen ihm vorgeworfen, sich seit längerem unangemessen zu verhalten, auch in der Öffentlichkeit. Er habe Probleme mit den deutschen Behörden und mit seinen drei Schwestern gehabt.

Nach Darstellung des Gerichts drohte schließlich die älteste Schwester – ohne dies ernst zu meinen – sich vom Balkon zu stürzen, wenn der Bruder sich nicht ändere. Sie habe sich dann halb über die Balkonbrüstung gelehnt. Daraufhin habe der Angeklagte ihr Bein genommen, sie kopfüber gehalten und dann aus gut sieben Metern Höhe fallen gelassen. Erst zwei Monate später wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen.

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(dpa)