Wegen einer versuchten Meuterei unter Straftätern in einer forensischen Psychiatrie war Polizei am Sonntag im Großeinsatz. Auslöser der Tumulte war ein Ausbruchversuch.

Nach einem Ausbruchversuch und einem Gefangenen-Aufstand in der forensischen Psychiatrie in Bedburg-Hau am Niederrhein ermittelt die Polizei gegen mehrere Patienten. „Alle von ihnen sind verurteilte Straftäter“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Am Sonntag hatten schwere Tumulte auf einer Station mit 19 Straftätern, die dort für eine Drogentherapie untergebracht waren, zu einem Großeinsatz der Polizei gesorgt. Erst nach mehreren Stunden war es gelungen, die Situation zu beruhigen.

Vorausgegangen war ersten Ermittlungen zufolge ein Ausbruchversuch in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Ein Patient, der nach schweren Gewaltdelikten in Drogentherapie war, war vom Klinikpersonal bei dem Fluchtversuch erwischt worden. Er habe die Gitterstäbe eines Fensters durchgesägt und sei gestoppt worden, als er gerade durch das Fenster klettern wollte. Er hätte jedoch noch weitere Mauern überwinden müssen, so der Polizeisprecher.

Bei seiner Vernehmung habe der Mann angegeben, dass weitere sechs Männer seiner Station an dem Fluchtplan beteiligt gewesen seien. In der Folge sollten die sechs Männer verlegt und befragt werden. Als Reaktion darauf sei es dann am Sonntagnachmittag zu den tumultartigen Szenen gekommen. Patienten hätten lautstark randaliert, es seien Möbel zerstört worden und Gegenstände umhergeflogen. Das Klinikpersonal zog sich zurück. Die Polizei rückte mit rund 50 Kräften an, darunter auch ein Spezialeinsatzkommando.

Nach sechs Stunden geben die Gefangenen auf

Nach sechs Stunden hätten die Gefangenen schließlich aufgegeben und der Einsatz konnte beendet werden. „Es gab keine Geiselnahme, keine Verletzten und niemand konnte entweichen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Ausbruchkomplott und den anschließenden Tumulten dauerten an.

Die LVR-Klinik Bedburg-Hau ist eine der größten Einrichtungen in NRW zur Behandlung psychisch kranker Menschen. Auch drogenabhängige Straftäter werden hier behandelt. Im Mai 2017 war einem Psychiatrie-Gefangenen mit einer Geiselnahme der Ausbruch zeitweise geglückt.

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(dpa)