Foto: AFP/Scott Olson
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Der US-Sänger R. Kelly hat sich nach den neuen Anschuldigungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen der Polizei gestellt.

Kelly, gegen den ein Haftbefehl vorlag, meldete sich am Freitagabend bei der Polizei in Chicago und wurde in Gewahrsam genommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Samstagnachmittag soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Kelly wird von der Staatsanwaltschaft des schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt. Am Freitag hatten die Ermittler formelle Anschuldigungen gegen den Musiker in zehn Punkten erhoben, von denen sich neun auf den Missbrauch von Minderjährigen im Alter von 13 bis 16 Jahren beziehen. Staatsanwältin Kim Foxx sagte, die Fälle stammten aus den Jahren 1998 bis 2010 und beträfen vier Opfer, darunter drei Minderjährige.

Der 52-jährige Kelly sieht sich seit Jahrzehnten mit dem Vorwurf konfrontiert, minderjährige Frauen missbraucht zu haben. Im Jahr 2008 war er sechs Jahre nach Anklageerhebung aber vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen worden.

Nach Angaben des Opfer-Anwalts Michael Avenatti werden die neu aufgekommenen Anschuldigungen durch ein aufgetauchtes Video untermauert, das den Sänger beim Sex mit einer Minderjährigen zeigen soll. Avenatti hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, das Video an die Ermittler in Kellys Wohnort Chicago übergeben zu haben. Der Sänger ließ die Vorwürfe über seinen Anwalt zurückweisen.

Nach Kellys Inhaftierung erklärte sein Anwalt Steve Greenberg, die Anschuldigungen beruhten auf alten und falschen Anschuldigungen. Greenberg sagte, der Musiker werde „rehabilitiert“: „Ich glaube, alle der Frauen lügen.“

Der US-Sender „Lifetime“ hatte im Januar eine sechsstündige Dokumentation ausgestrahlt, in der mehrere Frauen den Sänger beschuldigten, Sex mit Mädchen unter 16 Jahren gehabt zu haben. Andere Zeugen versichern, der durch Hits wie „I Believe I Can Fly“ bekannte Musiker habe Frauen wie Sexsklavinnen gehalten. Als Konsequenz kündigte das Plattenlabel RCA die Zusammenarbeit mit Kelly auf.

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  (AFP)