Foto: Oleg Golovnev/Shutterstock.com (Symbolbild)
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Alex Skeel und Jordan Worth lernten sich im Alter von 16 Jahren kennen und lieben. Doch was wie eine ganz normale Beziehung unter Teenagern beginnen sollte, endete beinahe mit dem Tod. Alex wurde von seiner Freundin jahrelang misshandelt – und erzählt seine Geschichte nun im britischen Fernsehen.

In der BBC-Dokumentation „Abused By My Girlfriend“ blickt der heute 22-Jährige auf seine Zeit mit seiner Freundin zurück. Liebevoll und fürsorglich sei sie zu Beginn gewesen, doch dann habe es mit Kleinigkeiten angefangen. Die Farbe seiner Kleidung, sein Haarschnitt, seine Schuhe. Immer häufiger wurde Alex von seiner Freundin gegängelt, beschimpft und angeschrien.

2014 wird es Alex schließlich zu viel. Er zieht die Reißleine und trennt sich von Jordan. Als diese ihm dann jedoch erzählt, schwanger zu sein, kehrt er zu ihr zurück. Er wird Vater eines Kindes, doch der Psychoterror setzt sich fort. „Sie warf meine Brieftasche weg, meine Playstation, zwang mich, meine Telefonnummer zu ändern. Ich durfte nicht Auto fahren. Ich musste meinen Job kündigen und sie täglich zur Uni begleiten“, erzählt Alex. Schließlich brach er sogar den Kontakt zu Freunden und seiner Familie ab und wurde völlig isoliert.

Neben den psychischen kamen jedoch auch körperliche Qualen hinzu. So sei er gezwungen worden, eine große Menge Schlaftabletten zu schlucken und wenn er dann geschlafen habe, habe sie ihm etwas auf den Kopf geschlagen, bis er blutete. Die Misshandlungen gingen sogar so weit, dass seine Freundin ihn mit Messern attackierte und mit kochendem Wasser verbrühte, wie auch im nachfolgenden Video zu sehen ist.

Doch Alex fehlte der Mut, Jordan zu verlassen. Auch, weil 2016 das zweite Kind, eine Tochter, geboren wird. „Ich wollte nicht, dass meine Kinder ihre Gewalt zu spüren bekommen und stand deshalb als ihre Zielscheibe bereit. Ich hatte Angst sie zu verlassen, wegen der Kinder“, so Alex. Außerdem habe er sich dafür geschämt, von einer Frau misshandelt zu werden.

Selbst als Alex nach einer erneuten Attacke von Jordan den Notruf wählt, beschuldigt er nicht seine Freundin, sondern erklärt, dass er sich selbst verletzt habe. Sein Glück: Der Polizist Ed Finn zweifelt an seiner Geschichte und schaut drei Tage später erneut bei Alex vorbei. Es ist der Tag, an dem Alex von seinen Qualen erlöst und in ein Krankenhaus gebracht wird. Dort heißt es, dass für Alex Lebensgefahr bestehe. Auch deshalb ist er sich heute sicher: „Am Ende wäre ich gestorben.“

Seine Freundin Jordan wurde im April 2018 zu sieben Jahren Haft wegen schwerer Körperverletzungen und Freiheitsberaubung verurteilt. Ein Moment, den Alex wohl nie vergessen wird. „Ich hatte zum ersten Mal seit Jahren keine Angst mehr und wusste, dass ich frei bin – wenigstens für die Zeit ihrer Haft.“

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