Der verspotte Christus Cimabue
Foto: AP/Michel Euler

Viele Jahre lang hingen die Millionen einfach in der Küche. Eine ältere Dame hat dort ein Meisterwerk italienischer Kunst in ihrer Küche entdeckt.

Das Bild „Der verspottete Christus“ von dem florentinischen Meister Cimabue aus dem 13. Jahrhundert hing jahrelang unerkannt im Haus der Seniorin in Compiègne nördlich von Paris, wie der renommierte Kunstgutachter Eric Turquin am Montagabend mitteilte. Der Wert des Bildes wird auf vier bis sechs Millionen Euro geschätzt.

Das Bild hing zwischen Küche und Wohnzimmer der alten Dame. Ihre Familie hielt es für eine einfache Ikone, ein Kultbild heiliger Personen. Erst als die Besitzerin das Bild verkaufen wollte, kam sein wahrer Wert ans Licht. Das Auktionshaus Actéon in Compiègne ließ es von dem Kunstgutachter Turquin untersuchen.

„Selbst wenn das Gemälde düster wirkt, zeigt es eine Vielzahl von Emotionen in den Gesichtern und den Gesten“, betonte Turquin. Auf dem Gemälde ist Christus inmitten einer Menschenmenge zu sehen. Die versammelten Männer schauen grimmig oder schneiden Grimassen. Am 27. Oktober soll das Gemälde versteigert werden.

Cimabue alias Ceno Di Pepo (1272-1302) ist einer der bekanntesten Maler Italiens vor der Renaissance. Andere Werke aus der Christus-Reihe hängen in Museen in London und New York.

Quelle: dpa