Alarmierendes Test-Ergebnis: Pandemie-Babys entwickeln sich langsamer

Ein amerikanisches Forscherteam hat die Auswirkungen der Pandemie auf die Entwicklung von Babys untersucht. Wenig überraschend zeigt das Ergebnis erste Unterschiede zu Kindern, die vor der Pandemie geboren wurden. Eine Kinderärztin ordnet die Ergebnisse ein.
Baby Füße Krankenhaus
Foto: Shutterstock/Jesica Montgomery

Kinder haben es in Corona-Zeiten nicht leicht und werden auch in Deutschland vielfach als besonders Leidtragende der Pandemie benannt. Dass sich die aktuelle Situation bereits auf Babys auswirken könnte, liegt eigentlich auf der Hand, wird aber nur selten angesprochen. Dabei wurden bereits im ersten Jahr der Pandemie weltweit Millionen Kinder geboren. 255 von ihnen waren Teil einer Studie, deren Ergebnisse das Forscherteam in der Fachzeitschrift „JAMA Pediatrics“ veröffentlicht hat.

Die teilnehmenden Kinder wurden im Zeitraum März bis Dezember 2020 im Morgan Stanley Children’s Hospital und im Allen Hospital des NewYork-Presbyterian geboren. Die Frage der Studie: Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Entwicklung der Kinder aus?

Die Antwort verblüfft nur wenig: Schlechter. Interessanter sind die ermittelten Ursachen der Entwicklungsverzögerung, die allen voran in Bereichen wie der Motorik und sozialen Fertigkeiten auftrat. In einer Pressemitteilung (via spektrum.de) teilt die zum Projekt dazugehörige Kinderärztin Dani Dumitriu mit: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der enorme Stress, dem die schwangeren Mütter in dieser beispiellosen Zeit ausgesetzt waren, eine Rolle gespielt haben könnte.“

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Viel Stress, weniger Kontakte: Babys müssen sich anpassen

Der Stress, dem die unmittelbaren Bezugspersonen ausgesetzt gewesen sind, habe sich dementsprechend auf die Kinder übertragen. Dabei ist es laut der Studie übrigens egal, ob die Eltern tatsächlich an Covid-19 erkrankt, oder von einer Infektion verschont geblieben sind – die Ergebnisse bei den Kindern waren dieselben. Während der Studie erkrankten rund die Hälfte der teilnehmenden Mütter an einer Covid-Infektion, die meisten von ihnen zum Glück nur leicht oder komplett ohne Symptome.

Die verringerten Werte in Bezug auf soziale Fertigkeiten hingegen finden ihre Erklärung im schlicht fehlenden Umgang mit anderen Kindern: Aufgrund der langanhaltenden Quarantäne, aber auch persönlicher Vorsicht vor fremden Kontakten, schmälerte sich das soziale Umfeld der Pandemie-Babys um ein vielfaches zu dem, welches Kinder vor der Pandemie kannten. Selbst wenn es zum Kontakt mit anderen kam, war dieser stets etwas gezügelter und unsicherer, als in der Zeit vor Corona.

Für die Zukunft stehen weitere Beobachtungen an. Erst Langzeitstudien werden ein finales Ergebnis zeigen können, wie es um die „Generation Corona“ steht. Kinderärztin Dani Dumitriu kann alle Eltern beruhigen: „Die Ergebnisse unserer kleinen Studie bedeuten nicht unbedingt, dass diese Generation später im Leben beeinträchtigt sein wird. […] Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, in dem es noch viele Möglichkeiten gibt, einzugreifen und diese Babys auf den richtigen Entwicklungspfad zu bringen.“

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