Ahrenshoop Bade-Unfall Boot Feuerwehr
Foto: Stefan Tretropp/dpa

Was für ein Drama! Ein 32 Jahre alter Mann ist vor Ahrenshoop (im Kreis Vorpommern-Rügen) in der Ostsee ertrunken, nachdem er zwei zehnjährige Kinder vor dem Ertrinken gerettet hat.

Der Mann, der auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst einem Mädchen und einem Jungen beim Baden das Leben gerettet hat, ist der Vater eines der Kinder gewesen. Das andere war das Kind seiner Lebenspartnerin.

Nach den Angaben der örtlichen Polizei in Neubrandenburg waren die Kinder am Mittwoch gegen Mittag von der Strömung abgetrieben worden.

Der 32-Jährige kam ihnen den Angaben zufolge zur Hilfe und brachte sie auf eine Steinmole, die senkrecht zur Strandlinie als Wellenbrecher ins Wasser ragt. Danach wurde der Retter selbst von der Strömung erfasst und ging unter.

Berufstaucher bargen ihn nach einer umfassenden Suchaktion einige Stunden später aus dem Wasser. Die Kinder waren zuvor in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat trotz gesunkener Einsatzzahlen im vergangenen Jahr rund 3500 Menschen geholfen. 40 davon wurden auf Nord- und Ostsee aus Seenot gerettet – «das heißt, sie wären ohne unsere Hilfe nicht mehr am Leben», erklärte ein Sprecher. Aufgrund der Corona-Pandemie seien in den vergangenen Monaten weniger Schiffe auf Nord- und Ostsee unterwegs gewesen. Auch die Wassersportsaison 2020 habe verspätet begonnen.

Beides mache sich in der Statistik bemerkbar: 2020 kamen die Seenotretter auf 1740 Einsätze zwischen Borkum und Usedom – knapp 400 weniger als im Vorjahr, wie die DGzRS am Freitag mitteilte. Dennoch hätten die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote annähernd gleich vielen Menschen geholfen (2019: 3396).

Das Aufgabenspektrum ist groß: Die Seenotretter kamen zahlreichen Wassersportlern sowie Fischereifahrzeugen und ihren Besatzungen zu Hilfe. Sie waren zudem mehrmals für Windparkversorger, Seeleute von Handelsschiffen oder Passagiere von Fähren im Einsatz.