Vergewaltigung Depression Symbol platzhalter
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Die Tat lässt selbst Staatsanwaltschaft und Richter fassungslos und entsetzt zurück. Eine Mutter heckte gemeinsam mit ihrem Freund die brutale Vergewaltigung und Ermordung ihrer Adoptivtochter aus. Nun fiel das Urteil.

Wegen Beihilfe zur brutalen Vergewaltigung und Ermordung ihrer eigenen Adoptivtochter muss eine Frau im US-Staat Pennsylvania lebenslang hinter Gitter. Sara Packer bekannte sich am Freitag vor einem Gericht bei Philadelphia schuldig. Tags zuvor war ihr Komplize und Partner Jacob Sullivan zum Tode verurteilt worden. Neben Mord, Entführung und Schändung einer Leiche wurden der Frau 16 weitere Vergehen rund um die Tat im Jahr 2016 zur Last gelegt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hegten Parker und ihr Freund Sullivan krude Mord- und Vergewaltigungsfantasien, die sie an dem damals 14 Jahre alten Mädchen in einem verlassenen Haus im Norden Philadelphias auslebten.

Vor Gericht sagte Packer aus, dass sie das Mädchen zunächst auf einen heißen Dachboden gebracht hätten. Dort hätten sie dem Opfer eine Überdosis Medikamente verabreicht, um es zu töten. Während sich ihr Partner an ihrer Adoptivtochter verging, schaute Packer zu. Dann verbanden sie ihr Hände und Füße mit Kabelbindern, stopften einen Knebelball in ihren Mund und überließen sie ihrem Schicksal.

Das Opfer konnte sich laut Gerichtsakten zwar aus einigen der Fesseln befreien. Doch gelang ihm nicht rechtzeitig die Flucht aus dem Haus, ehe Sullivan und Packer nach rund zwölf Stunden zurückkehrten. Der Mann erwürgte das Mädchen, während die Adoptivmutter dessen Hand hielt und ihren Todeskampf verfolgte. Das Paar verscharrten die Leiche über Monate hinweg in Katzenstreu, zerstückelten sie dann und entsorgten die sterblichen Überreste in einem Waldgebiet im Nordosten von Pennsylvania, wo sie im Oktober 2016 von Jägern entdeckt wurden.

Packer hatte im Bezirk Bucks County als Betreuerin bei Adoptionen gearbeitet. Staatsanwältin Jennifer Schorn warf ihr im Prozess vor, in ihrer getöteten Adoptivtochter nur eine Quelle für staatliche Leistungen gesehen zu haben. Sie könne nicht fassen, dass jemand, der sich als Mutter ausgebe, so grausam sein könne. Richterin Diane Gibbons zeigte sich ebenso entsetzt. „Böses zieht Böses an. Böses erkennt Böses. Und in Jacob Sullivan fanden Sie ihresgleichen“, sagte sie in ihrer Urteilsbegründung. Der Fall zeuge von beispielloser perverser Verkommenheit.

Im Prozess gegen ihren Partner Sullivan hatte Packer zugegeben, ihre Adoptivtochter gehasst zu haben. Sie hatte 2010 ihren Job im Jugendamt verloren, nachdem ihr damaliger Ehemann wegen sexueller Übergriffe auf das Mädchen und ein anderes Pflegekind ins Gefängnis kam. Doch die Behörden hatten das Kind trotz Anzeichen von Missbrauch bei Parker belassen.

Nach dem Urteil rief Bezirksstaatsanwalt Matt Weintraub Abgeordnete auf, ein Gesetz zum Schutz von Kindern zu verabschieden, das den Namen „Grace’s Law“ tragen solle. So hieß das Opfer von Parker und Sullivan. „Das Andenken an Grace wird nicht länger an jenes dieser zwei Raubtiere gebunden sein. Sie ist frei“, erklärte Weintraub.

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(dpa)