Foto: Shutterstock / Alfred Sonsalla
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Ob sie diese Millionen glücklich machen? 35 Jahre saß die Amerikanerin Cathy Woods zu Unrecht wegen Mordes im Gefängnis – und soll nun drei Millionen Dollar für ihre verlorenen Lebensjahre bekommen. Darauf hätte sie vermutlich gerne verzichtet.

Das Geld wurde ihr von einer Kommission des Bezirks Washoe County in Nevada als Teilvergleich in einem Zivilverfahren zugesprochen, wie ihre Anwältin Elizabeth Wang am Mittwoch mitteilte.

Ihre inzwischen 68-Jährige Mandantin werde aber weiter versuchen, zusätzliche Entschädigungen von der Stadt Reno und früheren Ermittlern zu erstreiten, sagte Wang. Letztere hätten Woods nach ihren Angaben zu einem falschen Geständnis gezwungen, als sie 1979 Patientin in einer psychiatrischen Klinik in Louisiana war.

2015 war Woods freigekommen, nachdem sie neue Beweismittel im Fall um den Mord an einer damals 19 Jahre alten Collegestudentin in Reno im Jahr 1976 entlastet hatten. Erst spät entdeckte DNA-Spuren an einem Zigarettenstummel am Tatort brachten einen Häftling in Oregon mit dem Verbrechen in Verbindung.

Seitdem wurden dem Mann zwei weitere Morde im Großraum San Francisco nachgewiesen, die im selben Zeitraum verübt wurden wie die Bluttat an der Studentin.

Woods lebt inzwischen bei Verwandten nahe der Stadt Anacortes im Staat Washington. Keine Frau saß in der amerikanischen Geschichte länger unschuldig in Haft als sie, wie aus einem Nationalregister zu Rehabilitierungen hervorgeht.