Foto: Peter Lakatos/dpa
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33 Südkoreaner fahren auf einem Touristenboot durch Budapest, als es zu einem Zusammenstoß mit einem anderen Schiff kommt. Die Rettungsaktion auf der Donau dauert bis in den nächsten Morgen. Es gibt zahlreiche Vermisste.

Beim Untergang eines Touristenbootes auf der Donau sind in Budapest mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 21 Menschen wurden nach Angaben der ungarischen Behörden noch vermisst.

Der Ausflugsdampfer „Meerjungfrau“ sank am Mittwochabend nach einer Kollision mit einem größeren Kreuzfahrtschiff, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Sieben Menschen konnten gerettet werden. Bei den Toten handelt es sich um südkoreanische Touristen. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Der Ausflugsdampfer sank um 21.15 Uhr nach der Kollision mit dem Kreuzfahrtschiff „Viking Sigyn“ auf der Höhe des Budapester Parlaments, wie die Behörden mitteilten. An Bord der „Meerjungfrau“ waren zum Unglückszeitpunkt 33 Südkoreaner, darunter ein sechsjähriges Mädchen, sowie zwei ungarische Besatzungsmitglieder. Die Polizei präsentierte Aufnahmen einer Überwachungskamera, die den Zusammenstoß der „Meerjungfrau“ mit dem deutlich größeren Kreuzfahrtschiff zeigt.

Vor der Kollision habe der Ausflugsdampfer „aus irgendeinem Grund“ auf die „Viking Sigyn“ zugesteuert, woraufhin das Kreuzfahrtschiff das kleinere Boot umgestoßen habe. „Es ist innerhalb von sieben Sekunden gesunken“, sagte Polizeisprecher Adrian Pal auf einer Pressekonferenz.

Zum Unglückszeitpunkt regnete es in Strömen. Taucher der ungarischen Armee unterstützten die Polizei bei der Suche nach Überlebenden, die die ganze Nacht über andauerte. Die Suche wurde zudem auf den ganzen ungarischen Abschnitt der Donau ausgeweitet, wie die Behörden mitteilten. Nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Wochen ist der Flusspegel deutlich angestiegen und die Strömung sehr stark, was die Rettungsbemühungen erschwerte. Zudem ist das Wasser zehn bis 15 Grad Celsius kalt.

Medienberichten zufolge wurde eine Leiche mehrere Kilometer südlich des Unglücksorts gefunden. Dies wurde von den Rettungsdiensten zunächst nicht bestätigt. Das 26 Meter lange Unglücksschiff wurde Medienberichten zufolge nach mehreren Stunden nahe der Margaretenbrücke entdeckt.

Der Zugang zur Donau wurde durch die Behörden gesperrt, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Sieben Menschen wurden mit Unterkühlung und unter Schock ins Krankenhaus eingeliefert, wie ein Sprecher der Rettungskräfte am frühen Donnerstagmorgen mitteilte. Nach Angaben des Polizeisprechers Kristof Gal wurden noch 21 Menschen vermisst.

Ein Sprecher des Schiffseigners Panorama Deck sagte der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, das Boot sei regelmäßig gewartet worden und habe augenscheinlich keine technischen Mängel gehabt. „Es war ein normaler Sightseeing-Ausflug“, sagte Mihaly Toth. „Wir wissen nicht, wie das passiert ist, die Behörden ermitteln, alles, was wir wissen, ist, dass es schnell gesunken ist.“ Der Unfall ereignete sich auf einem bei Touristen beliebten Abschnitt der Donau, der einen Blick auf die Stadt und das in der Nacht beleuchtete Parlament bietet.

Jeden Tag tummeln sich in Budapest Dutzende kleine Ausflugsdampfer auf dem Fluss. Größere Flusskreuzfahrtschiffe, die auf der Donau zwischen Deutschland und dem Schwarzen Meer verkehren, legen oft mehrere Tage in der ungarischen Hauptstadt an. Die ungarische Regierung kondolierte den Familien der südkoreanischen Opfer.

Sie stelle der Polizei, den Rettungsdiensten, Tauchern, Ambulanzen und Ärzten jede erdenkliche Hilfe zur Verfügung, erklärte die Regierung im Online-Dienst Facebook. Ungarns Gesundheitsministerin Ildikó Horváth begab sich an die Unglücksstelle. Südkoreas Präsident Moon Jae In wies die Behörden an, „alle verfügbaren Ressourcen“ für die Rettung bereitzustellen, wie das Präsidentenbüro mitteilte.

Außenminister Kang Kyung Wha sollte am Donnerstag mit einer Delegation nach Budapest aufbrechen, wie sein Büro mitteilte. Seoul wolle zur Unterstützung der ungarischen Behörden 18 Vertreter nach Budapest entsenden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Botschaftsmitarbeiter halfen den Rettungsdiensten bereits bei der Identifizierung der Opfer.

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